Menschen mit Behinderung werden weiter benachteiligt

Wolfhager Land. Besonders für Schwerbehinderte bleibt die Suche nach einem Arbeitsplatz schwierig. Bei vielen Unternehmen gibt es zu große Hemmschwellen.

Für Menschen mit Behinderung ist der Zugang zum Arbeitsmarkt weiterhin schwierig - auch im Wolfhager Land. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im November 13 106 Schwerbehinderte in Hessen arbeitslos gemeldet. Im Altkreis Wolfhagen stieg die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten von 73 im September auf 80 - obwohl sich die Arbeitslosigkeit in der Region insgesamt verringert hat.

„Politik und Arbeitgeber müssen hier deutlich mehr tun“, fordert der Landesvorsitzende des Sozialverbandes VdK, Karl-Winfried Seif. Die konkrete Integration von Menschen mit Behinderung ist jedoch nicht einfach. „Viele Arbeitgeber haben einfach Angst, Behinderte einzustellen“, sagt Wolfgang Hensel, Behindertenbeauftragter in Wolfhagen. Obwohl Betriebe ab einer bestimmten Größe dazu verpflichtet seien, Menschen mit Behinderung einzustellen, würden viele lieber Ausgleichzahlungen leisten, statt Bewerber anzunehmen. Insgesamt 19 290 Pflichtarbeitsplätze waren in Hessen laut der aktuellsten Studie der Bundesagentur für Arbeit aus dem Jahr 2013 nicht besetzt.

Zwar habe es in den letzten Jahren Verbesserungen gegeben, viele Hemmschwellen seien aber weiter vorhanden, sagt Hensel. Diese versucht der Behindertenbeauftragte in Gesprächen mit Unternehmen abzubauen. „Man muss versuchen zu zeigen, dass Menschen mit Behinderung eine Bereicherung für den Betrieb sind.“

Eine Erfahrung, die auch Mirco Franke, Geschäftsführer von Energy Glas in Wolfhagen, macht. Zwei seiner 90 Mitarbeiter sind schwerbehindert. „Beide sind hoch motiviert und gut für das Betriebsklima, das ist nicht selbstverständlich“, sagt Franke. Investitionen für besondere Bedürfnisse fördere das Arbeitsamt. „Ich würde es jedem Unternehmen empfehlen, auch Behinderte einzustellen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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