Begründet von Jagdgenossen

100 Menschen beteiligten sich am Grenzbegang in Wenigenhasungen

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Mit Kind und Kegel: Etwa 100 Wenigenhasunger nahmen am Grenzbegang der Jagdgenossenschaft teil.

Wenigenhasungen. Etwa 100 Steine markieren die Gemarkungsgrenze Wenigenhasungens. Traditionell ist es Aufgabe der Jagdgenossenschaft, diese Grenze zu kontrollieren.

Inzwischen ist der Grenzbegang ein Ereignis für die gesamte Ortsbevölkerung. Jedes Jahr wird immer nur ein Abschnitt der 758 Hektar großen Gemarkung abgewandert. Am Sonntag hatten sich gut 100 Frauen, Männer und Kinder auf den Weg begeben. Die älteren Wenigenhasunger hatten es etwas einfacher, sie hatten auf einem Anhänger Platz genommen, der von einem Trecker gezogenen wurde.

Eine ehrenvolle Aufgabe: Gustav Bettinghausen übernahm die Patenschaft für einen historischen Grenzstein von 1780 im Gemarkungsteil Bruchwiese.

Unter den Teilnehmern war auch der 74-jährige Gustav Bettinghausen. Er stammt aus einer alt eingesessenen Wenigenhasunger Landwirtschaftsfamilie. Im wurde eine besondere Ehre zuteil. Er übernahm die Patenschaft für einen Stein. Dabei ist sein Patenkind mehr als dreimal so alt wie er, stolze 235 Jahre hat es auf dem Buckel. In einem feierlichen Moment übergab Jagdvorsteher Walter Schwarz die Patenschaftsurkunde an Gustav Bettinghausen. Bereits seit 85.968 Tagen ruht der Grenzstein im Gemarkungsteil Bruchwiese. Die eingemeißelte Jahreszahl 1780 gibt Auskunft über das Alter des Steins. Die Buchstaben WH stehen für Wenigenhasungen, sie sind zu lesen auf der Richtung Nachbargemarkung Oelshausen zugewandten Seite des Steins.

Von diesen historischen Grenzsteinen sind etwa noch zehn vorhanden. Seit einigen Jahren übernehmen Ortsbewohner die Patenschaft für einen Grenzstein und haben ein waches Auge auf ihn. Für Gustav Bettinghausen bedeutet diese Aufgabe, dass er immer wieder in seine Heimatgemeinde zurückkehrt. Denn er verließ vor fast 40 Jahren Wenigenhasungen, um in der Nähe von Bad Wildungen einen Hof zu bewirtschaften, wobei er noch immer im Erpedorf einen landwirtschaftlichen Betrieb und Ländereien besitzt, die vom Schwiegersohn bearbeitet werden.

Grenze wird kontrolliert

„Begründet wurde der Grenzbegang von einigen Jagdgenossen“, sagt Jagdvorsteher Walter Schwarz. Die hatten eine Wanderung zum Burgholz unternommen und waren sich vor Ort nicht einig, wo exakt die Gemarkungsgrenze verläuft. Also beschlossen sie, einen Kontrollgang zu unternehmen, um nachzusehen, ob die Grenzsteine noch vorhanden sind und sie an der richtigen Stelle stehen. Der diesjährige sechs Kilometer lange Grenzbegang über die Hute zum Burgholz und den Bosenberg mündete ein gemütliches Beisammensein in der Wenigenhasunger Grillhütte.

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