Milchpreise: „Situation ist für die Landwirte ruinös“

Wolfhagen. Auch wenn Discounter wie Aldi und Lidl gerade die Milchpreise leicht erhöht haben, bleibt man beim Kreisbauernverband skeptisch.

Wolfhager Land. Discounter wie Aldi und Lidl wollen nach eigenen Angaben den Landwirten helfen und haben Anfang Oktober den Preis für Milch und Butter erhöht.

Die Erzeugerpreise für Milch waren eingebrochen, nachdem der Export Richtung Russland durch das Embargo wegfiel und zusätzlich im April die Milchquote auslief. Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) sank der deutsche Milchpreis im Schnitt seit Ende 2013 von 41 auf 28 Cent.

Die Preiserhöhungen für Milch um vier Cent und für Butter um zehn Cent seien auf Druck des Bauernverbandes zustande gekommen, erklärt Reinhard Schulte-Ebbert, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes in Kassel. „Ich hoffe, dass der angekündigten Hilfe nun auch Taten folgen werden.“ Immerhin sei die Preiserhöhung ein Anfang und ein Signal in Richtung Landwirtschaft. Denn auch die Bauern im Landkreis Kassel könnten schon geraume Zeit ihre Kosten nicht mehr decken - mindestens 40 Cent pro Liter Milch seien dafür nötig.

„Die Situation ist für die Landwirte ruinös, und wir appellieren an die Molkereien, die höheren Milchpreise der Discounter in vollem Umfang den Landwirten zugute kommen zu lassen. Die Molkereien stehen zwischen Landwirt und Lebensmitteleinzelhandel“, erklärt Schulte-Ebbert.

Dennoch glaubt der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, „das die Talsohle durchschritten ist.“ Bei ausländischen Großmolkereien würden derzeit die Preise wieder anziehen, weil die Nachfrage gestiegen sei.

Der Preis für Käse sei derzeit nicht von Preiserhöhungen betroffen, sagt BDM-Sprecher Hans Foldenauer auf HNA-Anfrage.

Die Discounter hatten erst im Mai 2015 die Preise für Milchprodukte gesenkt. Damals kostete der Liter Frischmilch 59 Cent und wurde auf 55 Cent gesenkt.

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