Im Glockenborn bei Wolfhagen sind Kraniche gelandet

Milde Witterung: Zugvögel sind schon wieder in der Region zurück

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Gäste im Januar: Auch im vergangenen Jahr wurden in der Nähe des Naturschutzgebietes Glockenborn Kranichzüge beobachtet.

Wolfhager Land. Der bisher milde Winter hat dafür gesorgt, dass Zugvögel schon wieder in die Region zurückgekommen sind oder gar nicht erst weg waren.

Im Glockenborn bei Wolfhagen beispielsweise hielten sich in den vergangenen Tagen Kraniche auf, in Niestetal klappert der erste Storch im Nest. Das Weibchen ist nicht in wärmere Gefilde gezogen und wartet jetzt schon auf das Männchen.

Markus Dietrich vom Naturschutzbund Kassel Stadt und Land (NABU) bestätigt diese Entwicklung: „An den Meldungen zur Aktion Stunde der Wintervögel vor gut einer Woche zeigen sich Auswirkungen des milden Winters auf das Zugverhalten einiger Teilzieher.“ Teilzieher sind Vogelarten, von denen einige in den Süden fliegen, andere im Brutgebiet bleiben. „Wie im Vorjahr blieben Stare und Heckenbraunellen vermehrt bei uns. Auch echte Zugvögel wie Bachstelzen, Hausrotschwänze und Zilpzalpe wurden deutlich häufiger gemeldet als sonst“, so der NABU-Sprecher aus Oberelsungen.

Vögel mit Dialekt

Durch die milden Winter der vergangenen Jahre konnten diese Arten vermehrt in Deutschland erfolgreich überwintern. Gleichzeitig ließen sich Meisen, Finken und Eichelhäher diesmal nicht davon abhalten, aus dem Norden und Osten in die Region zu ziehen. „Mildes Wetter reicht allein nicht aus, um eine geringe Zahl an Wintervögeln in den Gärten vorherzusagen. Auch Faktoren wie das Angebot an Baumsamen im Wald und das Wetter in anderen Teilen Europas spielen eine Rolle“, erklärt Dietrich.

Vogelkenner können bei uns überwinternde Meisen aus dem Baltikum oder Sibirien sogar an ihrer Stimme erkennen: Sie singen in einem anderen Dialekt.

„Noch vor wenigen Jahren zogen unsere Kraniche komplett in den Winterurlaub. Nun versuchen immer mehr Kraniche, sich den kräftezehrenden Flug in den Süden zu sparen – und wenn sie wegziehen, dann zum Teil nur noch bis Frankreich.“ Werde es doch noch ungemütlich, könnten die großen Vögel kurzfristig ausweichen. In den vergangenen Tagen hätten das Kraniche gezeigt, die übers Wolfhager Land gezogen seien, so Dietrich.

Auch Star bleibt da

Auch kleinere Vögel probieren es im Zeichen des Klimawandels mit dem Winteraufenthalt in Mitteleuropa. Es sind in der Regel sogenannte Kurzstreckenzieher, die sich diesen kurzen Weg nun auch noch sparen. Hausrotschwanz, Mönchsgrasmücke und Bachstelze wurden nach Auskunft des NABU teils doppelt so häufig beobachtet wie im Vorwinter. Der Star, Vogel des Jahres 2018, und schon immer recht flexibel, lässt sich derzeit in ganz Deutschland beobachten.

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