Trotzdem fehlen Fachkräfte

Mit 3,9 Prozent wenig Arbeitslose im Wolfhager Land

Wolfhager Land. Im Wolfhager Land liegt die Arbeitslosenquote im Juli bei 3,9 Prozent. Der Arbeitsmarkt bleibt weiter entspannt, meldet die Agentur für Arbeit.

Zwar ist die Arbeitslosigkeit von Juni auf Juli um 46 auf 830 Personen angestiegen, das entspricht aber durchaus der üblichen saisonalen Entwicklung. Insgesamt waren das 81 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag vor einem Jahr bei 4,3 Prozent.

„Etwas mehr Arbeitslose im Juli sind keine Überraschung, weil insbesondere Jugendliche nach Schul- oder Ausbildungsende bis zum Start der Ausbildung oder des Studiums im Herbst bei uns gemeldet sind“, erklärt Agenturchef Detlef Hesse und bilanziert zufrieden: „Der Arbeitsmarkt bewegt sich nach wie vor in ruhigem Fahrwasser, was die Arbeitslosenzahlen anbelangt.“ Besonders erfreulich wertet Hesse, dass die Rückgänge gegenüber dem Vorjahr stabil bleiben. Allein der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit betrage hier bis zu 18 Prozent. Ältere und Migranten profitierten ebenfalls.

Kritischer sieht Hesse den konstant hohen Stellenbestand mit aktuell 4214 offenen Stellen im gesamten Agenturbezirk, der gegenüber Juni etwa doppelt so stark angestiegen ist wie im Landesschnitt. In Wolfhagen wurden 223 offene Stellen gemeldet, 78 mehr seit Juni.

„Der Bedarf an Mitarbeitern ist bei den regionalen Unternehmen ungebrochen hoch“, konstatiert der Leiter der Arbeitsagentur und prognostiziert: „Schnelle Lösungen wird es hier nicht geben. Dem Fachkräftemangel aktiv zu begegnen, ist eine Mammutaufgabe, die alle politischen und wirtschaftliche Akteure nur gemeinsam stemmen können.“ Der Trend der Arbeitslosenquote sei zwar erfreulich, aber die Kehrseite sei der Fachkräftemangel. Die Wirtschaft brumme, aber auch da könnte es einen Dämpfer geben, wenn weiterhin Fachkräfte fehlten. 

Sorge um Fachkräfte wächst

Die Lage am Arbeitsmarkt ist im Geschäftsstellenbezirk der Agentur für Arbeit in Wolfhagen entspannt. Bei nur noch 3,9 Prozent liegt die Quote. Vor einem Jahr lag sie bei 4,3 Prozent. Zwar haben sich 46 Menschen mehr arbeitslos gemeldet, das jedoch ist der Tatsache der Saison geschuldet, wie der Leiter der Agentur für Arbeit in Kassel, Detlef Hesse erklärte. Dabei meldeten sich 282 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 14 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 229 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–4). Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 1.720 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 148 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 1.636 Abmeldungen von Arbeitslosen (–100). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Juli um 26 Stellen auf 223 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 26 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im Juli 78 neue Arbeitsstellen, 4 mehr als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 419 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 40. Sorge bereitet nach wie vor der Fachkräftemangel, wie Pressesprecherin Cornelia Harberg erklärte. Das sei die Kehrseite der Medaille. Auf der einen Seite weniger Arbeitslose und auf der anderen Seite die fehlenden Fachkräfte. Der Bedarf sei generell da. Und nicht jeder Arbeitgeber würde auch offene Stellen bei der Agentur melden. Oftmals hätte Betriebe auch schon resigniert. Maßnahmen zur Arbeitsförderung (Rechtskreis SGB III) nehmen im Geschäftsstellenbereich Wolfhagen 313 Personen an und sind somit um 33 Personen angestiegen. Das sind aber praktisch genau so viele wie vor einem Jahr. Die Arbeitslosigkeit bei der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) ist von Juni auf Juli um 13 auf 517 Personen gestiegen. Das waren 82 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die anteilige SGBII-Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Juli 2,4 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 2,8 Prozent. Dabei meldeten sich 135 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 24 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 121 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 11 weniger als vor einem Jahr. Seit Beginn des Jahres gab es 854 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 170 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem stehen 805 Abmeldungen von Arbeitslosen im Rechtskreis SGB II, also der Grundsicherung, gegenüber (Minus 123).

Ältere haben jetzt eine gute Chance

Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) in Nordhessen sieht bei den aktuellen Arbeitsmarktzahlen jede Menge Chancen für Langzeitarbeitslose. Das Rekordhoch bei freien Stellen müsse sich in Vermittlungserfolgen der Jobcenter niederschlagen, erklärte Jürgen Kümpel, Geschäftsführer der VhU. „Für den anhaltenden Beschäftigungsrekord spielen die älteren Arbeitnehmer eine Schlüsselrolle. Noch nie waren so viele Ältere in Arbeit. Auch für ältere Langzeitarbeitslose sind die Chancen auf eine Beschäftigung hervorragend. Hier kommt auch den Jobcentern eine Schlüsselrolle zu. Bekanntlich werden gerade Älteren weniger Jobangebote unterbreitet“, sagte Kümpel. Damit Langzeitarbeitslose in Beschäftigung kommen, dürften die Jobcenter nicht lockerlassen.

Rubriklistenbild: © © Andreas Rother

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