Wolfhagen

Mit 92 im Online-Gottesdienst: Seniorin Anne Schmid besucht per Internet die Kirche

Nahezu 93 Jahre alt und digital trotzdem noch ganz vorn mit dabei: Anne Schmid.
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Nahezu 93 Jahre alt und digital trotzdem noch ganz vorn mit dabei: Anne Schmid.

Nahezu 93 Jahre alt und digital trotzdem noch ganz vorn mit dabei: Anne Schmid. So kann die Seniorin auch zu Pandemie-Zeiten beim Gottesdienst dabei sein.

Wolfhagen - Ein wenig ungeduldig klickt sie mit der Maus auf das kleine Zoom-Symbol am Bildschirm. „Er ist wirklich nicht der schnellste“, sagt Anne Schmid und meint damit ihr altes Laptop-Schätzchen, mit dem sie in diesem Jahr mehr Zeit denn je verbracht hat. Im Corona-Jahr ist der Computer nicht nur ihr Draht zu Freunden und Bekannten, sondern auch ihre Verbindung zur Wolfhager Kirchengemeinde.

Zur Gottesdienstzeit einfach fix die am Schreibtisch bereitliegende Zugangsnummer eingegeben, schon ist sie über die von einer Freundin installierte Kommunikationssoftware Zoom mitten in der Wolfhager Stadtkirche und bei ihrer Gemeinde – coronafreundlich getrennt, und trotzdem in Kontakt. Eigentlich nichts Ungewöhnliches in dieser pandemiegeprägten Zeit, wäre die frühere Lehrerin nicht schon beinahe 93 Jahre alt. Angst vor der modernen Technik hat sie keine, ganz im Gegenteil: „Ich bin da schon immer neugierig gewesen, und da ich mittlerweile schlecht höre und deshalb auch schon vor Corona nicht mehr allzu oft in die Gottesdienste gegangen bin, freue ich mich, dass ich sie nun zuhause verfolgen und die Lautstärke individuell regeln kann.“

Besonders gut gefalle ihr, die anderen Teilnehmer auch sehen zu können. „Zu Weihnachten haben wir uns gegenseitig zugewunken und Grüße ausgerichtet, das war ein schöner Moment“, so die rüstige Pensionärin begeistert, die Vergleichbares zuvor noch nicht erlebt hat. „In meiner Kindheit gab es ja nicht mal ein Radio“, sagt sie lachend und ist froh, heute auf die moderne Technik zugreifen zu können, die sie auch gern mal zum Zeitvertreib mit Computerspielchen oder zum grafischen Gestalten kleiner Grußbotschaften für ihre Liebsten nutzt.

Dass Corona die Digitalisierung in der Kirche nun so vorangetrieben hat, das begrüßt Schmid sehr. „Ich hoffe, dass die Onlineangebote beibehalten werden, so kann ich zumindest noch ein bisschen dabei sein“, sagt sie und wird dafür sicher schon bald wieder ungeduldig mit der Maus auf das kleine Zoom-Symbol am Bildschirm ihres Laptops klicken.

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