Neue Wohnstätte für Behinderte in Wolfhagen eröffnet

Feierten die Eröffnung der neuen Wohnstätte: Die Bewohner Sebastian Rink und Isabell Becker (von links) mit Joachim Bertelmann, Vorsitzender der Baunataler Diakonie, Betreuerin Karin Rensen Feenstra und Mechthild Scheld-Ast (Wohnverbundsleitung). Fotos: Renner

Wolfhagen. Nina Claasen ist eine von den 14 behinderten Bewohnern, die in der neuen Wohnstätte der Baunataler Diakonie Kassel (BDKS) im alten Wolfhager Amtsgericht wohnen.

Am Freitag wurde das Gebäude offiziell eingeweiht.

Die „Freude über das gelungene Projekt ist groß“, sagte Joachim Bertelmann, Vorsitzender der Baunataler Diakonie Kassel. Vor allem eines hob er hervor: Die gute Lage. Auch Mechthild Scheld-Ast, Wohnverbundsleitung, betont die guten Teilhabemöglichkeiten durch die Lage mitten in der Stadt. Auch Nina Claasen ist davon begeistert. Schon häufiger sei sie allein einkaufen gewesen, erzählt sie, als sie neugierigen Besuchern ihr Zimmer zeigt, zu dem auch ein Bad gehört.

Sieben Bewohner aus bereits bestehenden Einrichtungen der BDKS sind schon eingezogen, außerdem sieben neu aufgenommene Menschen. Ein Platz ist derzeit also noch frei im alten Amtsgericht. Das dürfte für viele Besucher kaum wiederzuerkennen sein. Wo früher ein Gefängnis war, lebt heute eine Bewohnerin, Wände wurden versetzt, um die Räume größer zu gestalten, ein zusätzliches Treppenhaus, das über zwei Etagen führt, wurde eingebaut. Auch die Holzdecken und -böden mussten weichen. Der planerische und bauliche Aufwand sei riesengroß gewesen, sagte Architekt Klaus Langlotz. Heizung, Sanitäranlagen und Elektronik wurden komplett ersetzt. Mehr als 100 Handwerker haben an der Wohnstätte gearbeitet.

Gut 1,7 Millionen Euro wurden investiert. Land, Bund, die Stadt Wolfhagen, die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, der Landeswohlfahrtsverband und die Aktion Mensch haben das Vorhaben unterstützt. „Und das Ergebnis kann sich sehen lassen“, sagte Joachim Bertelmann. So ist beispielsweise aus dem ehemaligen Gerichtssaal ein Speise- und Aufenthaltsraum geworden. Wie die eigenen Zimmer, aber auch die Gemeinschaftsräume aussehen, dürfen die Bewohner mit entscheiden.

Die neue Wohnstätte belebe die Kernstadt, freute sich Magistratsmitglied Roman Krettek. Und Jutta Siebert vom Landeswohlfahrtsverband betonte: „Die Entscheidung, hierher zu ziehen, war gut.“

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