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Mobile HighTech-Ausstellung zu Besuch an der Herwig-Blankertz-Schule in Gasterfeld

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Von: Ursula Neubauer

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Die Auszubildenden Akif Siksik (links) und Hüseyin Gülec der Abteilung Gießereimechanik des VW-Werkes Baunatal bestaunen den Zwei-Arm-Roboter „YuMi“ im InnoTruck.
Die Auszubildenden Akif Siksik (links) und Hüseyin Gülec der Abteilung Gießereimechanik des VW-Werkes Baunatal bestaunen den Zwei-Arm-Roboter „YuMi“ im InnoTruck. © Ursula Neubauer

Von autonomen Fahrzeugen, über smarte Roboter bis hin zu Organen aus dem 3D-Drucker. All dies konnten die Schüler der Beruflichen Schulen des Landkreises Kassel im „InnoTruck“ entdecken. Das Highlight: der Zwei-Arm-Roboter „YuMi“.

Gasterfeld – Die Schüler der Beruflichen Schulen des Landkreises Kassel, Standort Gasterfeld, kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Das große schwarze Ding mit der knallbunten Aufschrift „InnoTruck“, das zwei Tage auf ihrem Schulhof stand, erregte schon an sich große Aufmerksamkeit. „Doch mit Eintritt in das doppelstöckige Fahrzeug erleben die Schüler die schöne, neue Welt der Zukunft“, meinte Julia Vialon, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Schule.

Von autonomen Fahrzeugen über smarte Roboter bis hin zu 3D-gedruckten Organen gibt die mobile Ausstellung des Bundesministeriums für Forschung und Bildung den Jugendlichen einen faszinierenden Blick in die technische Zukunft.

In der Mitmach-Ausstellung können Schüler erkunden, wie sie mit Ausbildung oder Studium in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zur Lösung wichtiger Zukunftsaufgaben, wie beispielsweise Klimawandel oder Therapie von Volkskrankheiten, beitragen können.

Zwei-Arm-Roboter „YuMi“ ist die Attraktion

Florian Fischer, wissenschaftlicher Projektbegleiter des InnoTrucks, gab den Schülern zu Beginn eine kurze Einführung in die mobile HighTech-Ausstellung. Dann präsentierte er ihnen die Attraktion, den Zwei-Arm-Roboter „YuMi“ (Fantasiewort für Du-und-Ich). Er ist ein kollaborativer Roboter, da er nicht alleine, sondern mit einem menschlichen Kollegen am selben Montageelement zusammenarbeitet. Und so fertigten er und Florian Fischer vor den Augen der Besucher zusammen eine neue Armbanduhr an.

Gute Nachrichten auch für alle, die Angst vor Spritzen haben. Mit dem BioInjekt wird der Wirkstoff unter Druck als sehr feiner Flüssigkeitsstrahl in die oberste Hautschicht verabreicht. Das sind nur einige der über 80 Exponate auf etwa 100 Quadratmeter im InnoTruck, die nicht nur zum Anschauen, sondern auch zum Anfassen und Ausprobieren einladen.

Zur Freude der Schüler konnten sie nun selber im Innenraum des Trucks interaktiv werden. Sie riefen beispielsweise mit Innovationsscannern reale Anwendungen von Exponaten ab, schlossen virtuell mit Logikgattern die Tür eines Busses und erkannten über Multi-Media-Shows und Schautafeln komplexe Zusammenhänge.

„Das sind wichtige Arbeitsgeräte“

So waren auch Akif Siksik und Hüseyin Gülec (beide aus Kassel), Auszubildende im dritten Lehrjahr im Bereich Gießereimechanik im Volkswagenwerk Baunatal, von den Exponaten im Truck restlos begeistert. Besonders der 3D-Drucker und der Roboter hatten es ihnen angetan. „Das sind wichtige Arbeitsgeräte, die auch in unserem Berufsbild entweder bereits oder zukünftig eingesetzt werden“, sagten die beiden jungen Männer.

Um den Coronavorschriften gerecht zu werden, wurden die Schulklassen geteilt. Während die eine Gruppe den Truck besuchte, hatte die andere Gruppe Schauunterricht oder Filmvorführung im Klassenraum oder in der Aula.

Dass die mobile Ausstellung während der Deutschlandreise sehr gefragt ist, musste auch Sandra Richter, Abteilungsleiterin für Verwaltung und Wirtschaft der Herwig-Blankertz-Schule, erfahren. So seien in der Zeit zwischen ihrer Anfrage bis zur Terminzusage zwei Jahre vergangen.

Schulleiter und Mitarbeiter der Verbundschulen, Vertreter des Landkreises und Projektbegleiter der Initiative InnoTruck, eine mobile HighTech-Ausstellung im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung und Bildung, vor dem doppelstöckigen Fahrzeug.
Schulleiter und Mitarbeiter der Verbundschulen, Vertreter des Landkreises und Projektbegleiter der Initiative InnoTruck, eine mobile HighTech-Ausstellung im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung und Bildung, vor dem doppelstöckigen Fahrzeug. © Ursula Neubauer

InnoTruck begeistert auch Schulleiter und Politiker

Dr. Dietmar Johlen, Schulleiter der Herwig-Blankertz-Schule, ist die enge Zusammenarbeit mit den Verbundschulen und dem Landkreis sehr wichtig. So stand der Truck allen Schülern der Beruflichen Schule und der Verbundschulen zur Verfügung.

Sowohl die Schulleiter Ludger Brinkmann (Wolfhagen), Lars Grenzemann (Zierenberg) und Ulf Imhof (Bad Emstal) als auch Uwe Koch (Landkreisbeauftragter für Schulen, Sport, Mobilität), Vizelandrätin Silke Engler und Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake waren sich einig, dass der Verbund allen Schulen hilft und sie stärkt.

Sie nutzten ein Treffen für eine Führung durch den InnoTruck. Die wissenschaftlichen Projektbegleiter Sarah Bernhardt und Florian Fischer erklärten der Gruppe die einzelnen Stationen der Ausstellung. Bürgermeister Schaake war besonders an dem „schaltbaren Glas“ interessiert, das Türen und Trennwände in Büros, Banken, Umkleidekabinen und sogar in Toiletten transparent oder blickdicht gestalten kann. Ludger Brinkmann zeigte seine Geschicklichkeit bei der Handhabung eines Robotergreifers.

Viele Ideen sind noch nicht ausgereift

Dabei werden empfindliche Elemente wie Glas oder Lebensmittel vom Greifer sanft umschlossen und von einem Ort zum anderen gebracht. Vizelandrätin Silke Engler warf die Frage der Wirtschaftlichkeit der Exponate für die Kommunen in den Raum, denn erfahrungsgemäß sind Innovationen sehr teuer.

Damit sprach sie die Grenzen der innovativen Technologien an. So seien autonomes Fahren ohne Eingreifen des Menschen und Wasserstoff als Brennstoffzelle zwar im Bereich des Möglichen, aber noch nicht ausgereift und sehr kostspielig, erklärte Sarah Bernhardt.

Von Roboter „YuMi“ und seiner kooperativen Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine waren Schulleiter und Politiker gleichermaßen begeistert. Fazit am Ende der Führung: Die Ausstellung im InnoTruck bietet Schulen und Schülern eine einzigartige Möglichkeit, Technik und Ideen für morgen zu erfahren und selber mitzugestalten. (Ursula Neubauer)

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