Neue Masten sollen kommen

Mobiles Breitband im Wolfhager Land noch wackelig

zhf123 Foto: Sascha Hoffmann Mobilfunkverbindung in Oberlistingen ist laut Breitbandatlas super. In Wirklichkeit geht dort aber gar nichts
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Die Mobilfunkverbindung in Oberlistingen ist laut Breitbandatlas super: In Wirklichkeit geht dort aber gar nichts. Ebenso sieht es in Niederlistingen und im kleinsten Ortsteil von Breuna, in Rhöda aus.

In Hessen gibt es bei der Mobilfunkversorgung nach wie vor Bereiche, in denen es keinen Handyempfang gibt. Blickt man auf den Breitbandatlas des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, sieht es im Wolfhager Land vielerorts düster aus.

Das Land Hessen hat angekündigt, gemeinsam mit der Deutschen Telekom, mit Vodafone und Telefónica 1100 neue Mobilfunkmasten bauen zu wollen und mit 50 Millionen Euro den Bau von 300 der 1100 geplanten Masten an Standorten zu finanzieren, die für die Anbieter nicht wirtschaftlich sind. Im Breitbandatlas tauchen allerdings nur entsprechend schlechte Verbindungen auf, wenn diese auch gemeldet wurden. Während die Kernbereiche im Wolfhager Land laut Abbildung im Atlas noch mit guter Netzabdeckung glänzen, sind die Umgebungsbereiche von Funklöchern übersät.

In Heimarshausen schwankt die Verfügbarkeit bis runter auf zehn Prozent. In Breuna scheint alles bestens zu sein. Selbst im vom Funklöchern übersäten Oberlistingen und Niederlistingen erscheint alles optimal, ebenso in Wettesingen und Rhöda. In Zierenberg ist der Kernstadtbereich frei von jeglichen Funklöchern, in Dörnberg gibt es Differenzen zwischen dem östlichen und dem westlichen Teil. Unterschiedliche Leistungsstärken finden sich zudem in Bad Emstal und Wolfhagen. Dort aber auch nur im Umgebungsbereich, ausgenommen Bründersen und Altenstädt. Stärkster Anbieter im gesamten Gebiet ist die Telekom, gefolgt von Telefónica/O2 und Vodafone.

Marco Kreuter, Sprecher des Wirtschaftsministeriums, sagt, die Förderrichtlinie für nicht wirtschaftliche Standorte von Mobilfunkmasten werde derzeit erarbeitet. Die Umsetzung solle nicht, wie im Wahlkampf angekündigt, 2020, sondern erst 2024 beendet sein. 

Steinzeit bei Mobilfunk

Dass in Oberlistingen eine ganz hervorragende Breitbandversorgung ganz ohne Funkloch besteht, besagt die Darstellung im Breitbandatlas. Die Realität ist aber ein andere. „In Oberlistingen gibt es so gut wie keine Verbindung“, sagte Breunas Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann. Ihn wundert diese Darstellung im Atlas. „Aber man sollte doch die Bevölkerung mal dazu aufrufen, beim Breitbandatlas mitzuwirken“, sagte der Rathauschef.

Das ist nämlich genau das Problem bei der Darstellung. Meldet niemand ein Funkloch, gibt es auch keins. Und so stellen sich die Breunaer Ortsteile als ganz vorbildliche funklochfreie Orte dar. Doch spätestens auf dem Weg von Breuna nach Oberlistingen wird jedem Handynutzer klar, dass dort nichts mehr geht. Weder Telefonieren noch Surfen im Internet ist möglich. Genau so ist es in Rhöda, dem kleinsten Ortsteil von Breuna.

Über eine App können Smartphone-Nutzer Lücken bei der Mobilfunkabdeckung an die Bundesnetzagentur melden. Wer eine Gegend mit wenig Empfang melden will, startet dort die App. Das Handy erfasst dann in regelmäßigen Abständen von maximal 50 Metern, ob eine Netzabdeckung vorhanden und ob sie durch 2G-, 3G- oder 4G-Technologie gegeben ist. Wenn der Nutzer die Erfassung stoppt, werden die Daten mit der Angabe von Ort, Zeit und Mobilfunkanbieter an einen zentralen Server übermittelt. Sollte es ein Funkloch geben, erfolgt die Übertragung, nachdem wieder eine Verbindung zum Internet besteht. Je mehr mitwirken, desto besser.

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