Streuobstinitiative Silka

Moderner Erntehelfer: Obstraupe sammelt Äpfel und Birnen

Die Silka hat eine akkubetriebene Obstraupe angeschafft: Jochen Himmelreich aus Bründersen, bei dem das Gerät ausgeliehen werden kann, testet es auf einer Wiese.
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Die Silka hat eine akkubetriebene Obstraupe angeschafft: Jochen Himmelreich aus Bründersen, bei dem das Gerät ausgeliehen werden kann, testet es auf einer Wiese.

In wenigen Tagen beginnt im Landkreis Kassel die Apfelernte. Die Streuobstinitiative Silka lässt das Obst zu Saft verarbeiten und hat sich nun für eine leichtere Ernte eine Obstraupe zugelegt.

Bründersen – Die Obstraupe ist nicht, wie ihr Name vielleicht vermuten lassen könnte, ein Schädling, der sich über die leckeren Früchte hermacht. Ganz im Gegenteil: Sie ist ein Nützling, der das Aufsammeln von Äpfeln, Birnen und Nüssen vom Boden erleichtert. Und damit ist die Obstraupe genau das richtige Utensil, das in den Geräteschuppen der Streuobstinitiative im Landkreis Kassel – kurz Silka, gehört.

Deren Vorsitzender Stefan Schneider aus Espenau und Vorstandsmitglied Jochen Himmelreich aus Bründersen stellten jetzt, kurz vor Beginn der Erntesaison, ihre neue, 3000 Euro teure Anschaffung vor. Die wird elektrisch über einen Akku betrieben.

Das Gefährt erinnert an einen Zwillings-Kinderwagen

Alles was Jochen Himmelmann in dem Demonstrationsversuch tun muss, ist am Griff einen Hebel zu ziehen, an einem Regler die Geschwindigkeit einzustellen und das Gefährt, das entfernt an einen Kinderwagen für Zwillinge erinnert, über das Obst zu schieben.

Den Rest erledigt die Raupe. Kunststoffschaufeln, die an einer rotierenden Welle befestigt sind, befördern die Früchte schonend und effizient in einen am Heck gelagerten Korb.

Die Vorteile der Technik, die von der Organic Tools GmbH in Wien entwickelt wurde, liegen für Himmelreich und Schneider auf der Hand: „Die Arbeit geht schneller, und sie ist rückenschonend.“ Gerade für große Streuobstwiesen biete sich die Raupe an. Auf Flächen, für die man sonst vier Stunden Zeit benötigt, sei man nach einer Stunde fertig.

Die Obstraupe wird gegen eine Gebühr verliehen

Schneider hofft, mit den Vorzügen der Obstraupe vor allem die älteren Besitzer von Bäumen überzeugen zu können, sich wieder an der bevorstehenden Ernte zu beteiligen. Seit einigen Jahren beobachtet er einen Trend, Äpfel und Birnen an den Bäumen vergammeln zu lassen.

Älteren Menschen fielen die körperliche Arbeit und das Bücken schwer. Deshalb wird die Obstraupe gegen eine Gebühr verliehen, für Mitglieder der Silka sogar zu günstigeren Konditionen.

Demnächst soll noch ein Schüttler folgen

Demnächst will die Silka noch in einen Schüttler nebst großer Plane investieren. Beim Schüttler handelt es sich um einen Aufsatz, der an einem Schlepper befestigt wird. Mit ihm sei es dann ein Kinderspiel das Obst, das von der Silka zu Saft verarbeitet wird, von den Bäumen zu holen.

Wer die Obstraupe mieten möchte, zahlt für zwei Tage 30 Euro, für einen Tag 20 Euro. Silka-Mitglieder zahlen jeweils fünf Euro weniger. Eine Kaution von 100 Euro wird hinterlegt. Zum Verleihpaket gehören neben der Obstraupe ein Sortiertisch, zwei Akkus und sechs Sortierkisten. Für den Transport eignet sich ein Auto mit Anhänger, bedingt auch ein Kombi.

Kontakt: Jochen Himmelreich, Im langen Grund 2, Bründersen, 01 73/9 00 35 76. (Antje Thon)

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