NABU-Vorsitzender Bastian Büchel aus Zierenberg hofft auf mehr junge Mitstreiter

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Wünscht sich mehr Interesse am Naturschutz: Bastian Büchel, Vorsitzender des Naturschutzbundes (NABU) Habichtswald. Über einen Zuwachs an NABU-Mitgliedern würde sich der 26-jährige Zierenberger freuen.

Ehlen. Wenn Bastian Büchel unterwegs ist in der Natur, fallen ihm ständig Sachen auf, um die sich die Mitglieder seines Vereins kümmern könnten. 

Seit Juni leitet der 26-Jährige aus Zierenberg die Ortsgruppe Habichtswald des Naturschutzbundes (NABU), in die neben Habichtswald und Zierenberg auch Baunatal und Schauenburg eingebunden sind.

Die Bäume auf der Streuobstwiese hinterm Dorfgemeinschaftshaus in Ehlen müssten dringend beschnitten werden, sagt er. Und wenn man dort fertig wäre, fielen ihm spontan fünf weitere Wiesen ein, auf denen die Obstbäume ebenfalls in Form gebracht werden müssten. Das Problem: Es mangelt dem Verein an Mitgliedern. Innerhalb von fünf Jahren ist deren Zahl von 520 auf 367 zurückgegangen (Stand März 2016). Über 60 Prozent sind 50 Jahre und älter. Problem Nummer zwei: Die meisten Vereinsmitglieder seien passiv. „Die Aktiven kann man an einer Hand abzählen“, sagt Büchel.

Immer weniger Freiraum

Und so seien es immer dieselben, die sich an Landschaftspflegeprojekten beteiligten. Dabei hält Büchel die Arbeiten für spannend und vor allem für nützlich. Erst in diesem Jahr haben er und seine Mitstreiter im Naturschutzgebiet Wattenberg bei Martinhagen fünf Dämme gebaut, die eine intensivere Durchfeuchtung der Wiese bewirken sollen. Ähnliches müsse auch im Bereich der Warmeteiche zwischen Martinhagen und Ehlen erfolgen. Dort laufe das Wasser ab, was aus Gründen des Naturschutzes verhindert werden müsse. Die Habichtswalder NABU-Ortsgruppe betreut eine Gesamtfläche von 18 Hektar - es handelt sich um Streuobstwiesen, Magerrasen und Feuchtgebiete. 

"Die Aktiven kann man an einer Hand abzählen." Über die Gründe, weshalb junge Menschen immer weniger Lust haben, sich für den Naturschutz einzusetzen, kann Büchel nur mutmaßen. „Fernsehen und Computer sind vielleicht attraktiver“, sagt der Zierenberger, der von sich sagt, dass er als Jugendlicher bei Wind und Wetter draußen war. Auch bliebe immer weniger Freiraum, sich neben Job und Familie um ein Hobby zu kümmern.

Beim Blick in die Zukunft des Vereins wird ihm ein wenig bange. „Natürlich versuchen wir, auf junge Leute zuzugehen.“ Denn nur so lasse sich die Altersdynamik abfedern, die einhergeht mit Austritten und Mitgliederschwund durch Sterbefälle. Die letzten fünf Jahre führten schließlich vor Augen, wie schnell der Mitgliederkreis geschrumpft sei.

Bastian Büchel kam über einen Bekannten zum NABU. Das war im Jahr 2008. Zunächst blieb er passives Mitglied, bis ihn im Jahr 2012 ein älterer Herr mitnahm zur Vorstandssitzung. Und ehe es der damals 22-Jährige realisiert hatte, war er der stellvertretende Vorsitzende. Und seit Juni hat der gelernte Vermessungsassistent als Vereinschef die volle Verantwortung.

• Kontakt: www.nabu-habichtswald.de, Bastian Büchel, Telefon: 05606/212487, E-Mail: buechel-bastian@web.de

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