Nach Anschlägen in Paris: „Angst um Freunde und Familie“

Gedenken: Am Place de la Republique in Paris wurden Blumen und Kerzen niedergelegt. Foto:  AFP

Der Schock über die Terror-Anschläge in Paris ist auch im Wolfhager Land groß. „Ich habe Angst gehabt, weil viele Freunde und auch Familie in Paris leben“, sagt Claire Benard.

Die Französin lebt seit einem Jahr in Ippinghausen.

Claire Benard lebt seit einem Jahr in Ippinghausen.

Als sie von den Anschlägen gehört hat, habe sie es erst nicht richtig realisieren können, berichtet sie. „Ich habe gleich allen geschrieben und angerufen.“ Ihren Freunden und der Familie gehe es zum Glück gut. „Aber ich kenne auch Leute, die Freunde verloren haben.“ Wer in der Nacht noch unterwegs war, habe bei Fremden klingeln können, um Unterschlupf zu bekommen, hat Benard aus Paris gehört. Nun wären alle Zuhause. „Alle haben Angst und sind schockiert.“ Die Sängerin aus der Bretagne macht sich jetzt Sorgen um die Zukunft, dass es in Paris zu Ausschreitungen kommen könnte und dass die Stimmung in Europa kippt.

Aktualisiert So., 16.52 Uhr

Auch in Zierenberg, Wolfhagen und Bad Emstal ist die Bestürzung groß. Die drei Kommunen haben Partnerstädte in Frankreich. „Ich habe heute Morgen mehrere Gespräche geführt, unter anderem mit dem Vorsitzenden der Partnerschaftskommission“, sagt Bad Emstals Bürgermeister Ralf Pfeiffer. Auch einige Freunde in der Gemeinde Les Ponts de Cé habe er bereits kontaktiert. „Dort ist es ruhig, aber alle sind schockiert“, sagt Pfeiffer. „Unser Mitgefühl gilt in diesen Momenten allen Franzosen.

Geschockt von den Ereignissen ist auch Virginie Allegret-Klages. „Zwei meiner Cousins leben in Paris. Wir haben gleich über Facebook mit ihnen Kontakt aufgenommen“, sagt sie. „Ihnen ist nichts passiert.“ Bis spät in die Nacht habe sie vorm Fernseher gesessen und französische Nachrichtensendungen verfolgt. „Es ist unfassbar“, sagt Allegret-Klages, die gebürtig aus Grenoble stammt.

Rainer Ruth, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees in Wolfhagen, hat mit Bürgermeister Reinhard Schaake die Ereignisse am Freitagabend im Fernsehen verfolgt – sie hatten zusammen gerade das Fußballspiel zwischen Deutschland und Frankreich gesehen. „Wir sind alle erschüttert und wir denken an unsere Freunde in Frankreich“, sagt Ruth. „Die Nacht war ein Alptraum.“

Mit der Dolmetscherin des Komitees in der Partnergemeinde Tergnier hat Ruth per Mail Kontakt aufgenommen und das Beileid der Wolfhager ausgesprochen. Man sei, schrieb die Dolmetscherin zurück, zutiefst geschockt. Und: „Die Welt ist verrückt geworden.“ Geplant war, dass Schulkinder aus Tergnier Ende November für einen Besuch nach Wolfhagen kommen. Nun steht die Fahrt auf der Kippe, denn derzeit sind alle Klassenfahrten verboten, hat die Dolmetscherin mitgeteilt.

Die aktuellen Ereignisse im Ticker

Lesen Sie auch:

-Terror in Paris: HNA-Korrespondentin über Angst und Trauer

-Terror in Paris überlebt: Wer sind die Eagles of Death Metal?

-Handy-Videos haben Schüsse und Chaos festgehalten

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.