Nach Brand am Koppenberg: Familie sucht dringend neue Bleibe

Nach Feuer unbewohnbar: Jan-Lukas und Tanja Schmidt können in ihre Wohnung nicht zurückkehren. Die Familie wird voraussichtlich in Ippinghausen eine neue Bleibe finden. Foto: Thon

Wolfhagen. Nach dem Brand am Sonntag in dem Mehrfamilienhaus am Koppenberg in Wolfhagen kann Familie Schmidt nicht mehr in ihrer Wohnung leben. Sie sucht dringend nach einer neuen Bleibe.

Als Tanja Schmidt am Sonntag realisierte, dass es in der Wohnung über ihr brennt, machte sich Panik in ihr breit. Sie hatte im Wohnzimmer gesessen. Das Prasseln über ihr hatte sie für Regen gehalten. Erst als eine Nachbarin klingelte und ihr sagte, dass aus dem Vordach Flammen schlügen und sie schleunigst das Haus verlassen müsse, habe sie die Gefahr realisiert.

Nun, zwei Tage später, sieht sie sich einem Berg von Problemen gegenüber: Das Feuer hat ihre Wohnung an der Kreuzung Ofenbergstraße / Am Koppenberg in Wolfhagen, in der sie zusammen mit Sohn Jan-Lukas (18) und Tochter Charlotte (15) lebte, unbewohnbar gemacht. In Stube, Küche und Flur steht knöchelhoch das Wasser. Die Möbel sind von einer dicken Rußschicht überzogen, an allem klebt der Gestank von Verbranntem. Das Schlimmste aber ist, dass die verdrängten Erinnerungen nun wieder hochkommen.  

Denn schon einmal war die 41-Jährige Opfer eines Feuers geworden. Im Jahr 2008 hatte es in der Etage unter ihrer damaligen Wohnung in Altenhasungen gebrannt. Es sei einfach nicht zu begreifen, dass sie das ein zweites Mal erleben müsse, sagt Tanja Schmidt. „Ich habe das Gefühl, kein sicheres Zuhause mehr zu haben.“ Tränen laufen ihr übers Gesicht. Der Sohn greift nach der Hand der Mutter.

Auf der Suche nach einer Bleibe hat die gelernte Erzieherin seit Montag an die 20 Telefonate geführt. Derzeit lebt ihr Sohn bei dessen Freundin. Sie selbst, ihre Tochter und der Hund sind im benachbarten Haus ihrer Freundin untergekommen. Die Familie sei zusammengerückt und habe ihnen Platz gemacht. „Aber dort können wir ja auch nicht ewig bleiben.“

Viele Menschen hätten sie bei ihrer Suche unterstützt. Mitarbeiter der Stadt kümmerten sich, beide Kirchen machten Angebote. Allerdings sei es schwierig, eine Unterkunft zu finden, die den Bedürfnissen der dreiköpfigen Familie mit Vierbeiner entspreche. Ein Einzimmerappartement passt genauso wenig, wie eine komplett leere oder zu teure Wohnung. „Jemand hat uns für 1400 Euro eine Ferienwohnung angeboten. Das kann ich nicht bezahlen“, erklärt die alleinerziehende Mutter. Viele Ferienwohnungen seien bereits vermietet, oftmals an Monteure.

Über Bekannte habe sich nun eine Möglichkeit in Ippinghausen ergeben. Dort sei sie freundlich empfangen worden. Die Eigentümer hätten eigentlich nicht mehr vermieten wollen. Doch mit Blick auf die Notlage hätten sie sich offenbar erweichen lassen und ihr Haus geöffnet, sagt Tanja Schmidt. Mit der Tochter könne sie sich das Schlafzimmer der teilmöblierten Wohnung teilen, der Sohn werde im Wohnzimmer schlafen. Freuen würde sie sich, wenn Menschen Möbel und Hausrat übrig hätten und an sie abgeben würden.

Benötigen würde Familie Schmidt eine Schlafcouch, Herd, Kühlschrank sowie Geschirr. Ebenso freuen würde sie sich über eine Waschmaschine und Wohnzimmermöbel.

Kontakt: Tanja Schmidt; 01575-72 20 08 5.

Mehrfamilienhaus in Wolfhagen nach Feuer unbewohnbar

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