Gastronomen erwarten Gäste für das Wochenende

Nach sinkender Inzidenz füllen sich die Campingplätze wieder

Sie waren am Donnerstag die ersten auf dem Campingplatz in Naumburg: (von links) Odette Bettermann (Betreiberin des Campingplatzes), Wolfgang Meyer, Gisela Dreiß, Birgit Willig und Joachim Willig.
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Sie waren am Donnerstag die ersten auf dem Campingplatz in Naumburg: (von links) Odette Bettermann (Betreiberin des Campingplatzes), Wolfgang Meyer, Gisela Dreiß, Birgit Willig und Joachim Willig.

Mit den neuen Lockerungen seit dem gestrigen Donnerstag füllen sich die Campingplätze im Wolfhager Land. Auch die Gastronomen erwarten einige Gäste für das kommende Wochenende.

Wolfhager Land – So langsam läuft es auf dem Campingplatz in Naumburg wieder an. „Zwei Gäste sind schon da“, sagt Odette Bettermann bereits am Vormittag. Im Laufe des Donnerstags sollen aber noch weitere Camper hinzukommen, die sich bereits angemeldet haben. Vor Freude seien Bettermann die Tränen in die Augen gekommen, den Campingplatz nach langer Pause endlich wieder öffnen zu können.

„Das Telefon klingelt im Minutentakt.“ Man merke deutlich, dass die Leute wieder raus wollen. Aber es würden auch Gäste wegbleiben, da sie keinen Coronatest vorlegen wollen.

Direkt um 9 Uhr waren Gisela Dreiß und ihr Partner Wolfgang Meyer, beide aus Bad Arolsen, auf dem Campingplatz. „Wir waren die Ersten“, sagt Dreiß. Sie seien froh, endlich wieder rauszukönnen. Bereits zum vierten Mal sind sie gemeinsam auf dem Naumburger Campingplatz. „Wir werden die Freiheit genießen“, sagt Meyer. Für 14 Tage hat das Pärchen seinen Aufenthalt geplant. Wie Dreiß verkündet, könne der aber auch verlängert werden. Auch die Stimmung sei super. Mit dem Camping-Pärchen nebenan würden sie sich bereits gut verstehen.

Vorbestellungen für das Wochenende hat Franco Pozella, Inhaber des Restaurants San Remo in Wolfhagen. Donnerstagmittag waren noch keine Gäste da.

Über die Lockerungen freuen sich auch Birgit und Joachim Willig aus Maintal. Sie sind zum ersten Mal auf dem Campingplatz in Naumburg. Als sie mitbekommen haben, dass gelockert wird, haben sie sich direkt angemeldet. „Wir haben die Inzidenzen beobachtet und mitgefiebert“, sagt Joachim Willig. Auf den Campingplatz seien sie durch einen Beitrag auf YouTube gekommen. Das Paar freue sich auf die nächsten Tage, in denen sie viel mit dem Fahrrad fahren wollen. „Das ist das Schönste, was es gibt“, sagt Birgit Willig.

Noch keine Gäste am Vormittag hatte Franco Pozella in seinem Restaurant San Remo in Wolfhagen. Da nur die Außengastronomie geöffnet ist, könne das aber auch am schlechten und regnerischen Wetter gelegen haben, wie er vermutet. „Wir haben aber schon Vorbestellungen fürs Wochenende“, sagt Pozella.

Ebenfalls Reservierungen für das Wochenende hat Achilles Kamberis für sein Restaurant Kreta in der Wolfhager Innenstadt. Dafür hat er Decken und Heizstrahler parat, falls es den Gästen draußen zu kalt wird. Er freue sich, endlich wieder öffnen zu können. Auch die Gäste seien froh, dass sie wieder essen gehen dürfen. „Wir bekommen ein bisschen Leben zurück“, sagt Kamberis.

Helena Tierbach hatte in ihrem gleichnamigen Nagelstudio in Wolfhagen zwei Kunden am gestrigen Donnerstag. Für etwa eine Woche hätte sie jetzt Kunden verbucht, danach müsse sie schauen. Einige seien noch verunsichert. „Ich telefoniere viel und informiere die Kunden“, sagt Tierbach. Sie glaubt, dass es noch etwa vier Wochen dauere, bis sich alles normalisiert habe und die Kunden wieder Vertrauen gefasst haben. Viele Kunden seien jedoch froh, „dass sie wieder kommen können“. Auch Tierbach freue sich, wieder öffnen zu dürfen. Sie sehe die Sache aber mit gemischten Gefühlen, da sie nicht wisse, wie sich das mit Corona noch entwickeln würde. (Samira Müller)

Keine stärkeren Kontrollen im Zuge der Corona-Lockerungen

Eine Notwendigkeit für stärkere Kontrollen angesichts der nun weiter gelockerten Regeln sieht man beim Landkreis Kassel nicht. Die Einhaltung der Coronaregeln werde generell regelmäßig von den Ordnungsbehörden der Kommunen überprüft, erklärt Kreissprecher Harald Kühlborn. Dies nun auszuweiten sei derzeit kein Thema. Man habe großes Vertrauen, dass die Beteiligten, etwa in der Gastronomie, die geltenden Regeln einhalten. Diese würden sich ja auch selbst schaden, wenn die Inzidenz im Kreis wieder nach oben gehen sollte und die erreichten Lockerungen wieder rückgängig gemacht werden müssten.

Im Moment sieht es aber nicht so aus – im Gegenteil. Die Sieben-Tag-Inzidenz lag im Landkreis Kassel zwar am Donnerstag mit 40,5 leicht über dem Wert von Mittwoch (38,0). Dennoch liegt sie damit weit unter 100. Falls dies so bleibt, könnte bereits am Dienstag die Stufe 2 der Landesregeln in Kraft treten. Damit wären weitere Lockerungen möglich, etwa die Öffnung aller Geschäfte im Einzelhandel (mit Maskenpflicht und Zugangsbeschränkung), die Öffnung der Innengastronomie unter Auflagen wie Abstand und Testpflicht. Auch Schwimmbäder könnten dann aufmachen, an den Schulen gäbe es Präzenzunterricht für alle. (Matthias Müller)

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