Nach Sturm Niklas: Gefahren für Spaziergänger im Wald

Zahlreiche Bäume brachte Sturm Niklas zu Fall: So auch am Dienstag auf der Druseltalstraße in Kassel Richtung Ehlen: Dort stürzte ein Baum fast auf ein Auto. Foto: Fischer

Wolfhager Land. Das Schäden von Sturmtief Niklas hielten sich im Wolfhager Land in Grenzen. Dennoch warnen Experten vor weiteren Gefahren im Zusammenhang mit Niklas.

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Für zahlreiche Einsätze in Stadt und Landkreis Kassel hat das Sturmtief Niklas an Dienstag und Mittwoch gesorgt. Die Feuerwehren im Kreis mussten zu knapp 100 Einsätzen ausrücken. „Wir hatten mit 13 abgedeckten Dächern und 77 umgestürzten Bäumen allerhand zu tun“, berichtet Kreisbrandmeister Uwe Kreisel.

„Im Vergleich zu anderen Regionen sind wir jedoch einigermaßen glimpflich davongekommen“, sagt Kreisel. Das finanzielle Ausmaß der Schäden konnte er jedoch noch nicht beziffern.

Wie die Polizei mitteilt, fiel am Dienstagabend in Niederlistingen die Ampelanlage aus, die den Verkehr im Kreuzungsbereich von B 7 und Landesstraße regelt. Dort hatte der Wind Masten verschoben. In Oelshausen stürzte ein Baum neben die Bundesstraße, mehrere Bäume knickten auch entlang der Bühler Straße bei Wolfhagen um. Am Mittwochmorgen kam es zu Verkehrsbehinderungen wegen Schneefalls. Wie die Polizei berichtet, war davon betroffen der Verkehr auf der Landesstraße in Nothfelden. Dort blieben Lastwagen am Berg liegen. Zwischen den Anschlussstellen Zierenberg und Kassel-Wilhelmshöhe auf der A44 gab es ebenfalls Behinderungen durch querstehende Lkw.

Trampolin auf B251

Die Brandschützer in Nothfelden musste sich neben umgestürzten Bäumen auch um ihr eigenes Feuerwehrhaus kümmern: Der Sturm hatte Teile der Sirene vom Dach geweht. Niklas hinterließ auch in Bründersen seine Spuren und wehte am Dienstag ein fünf Meter breites Trampolin von einem Grundstück bis auf die B251. Ein Autofahrer hatte das Sportgerät, das sich 500 Meter außerorts verfangen hatte, der Feuerwehr gemeldet. Diese sägte das Trampolin klein und entfernte es.

1200 Festmeter Holz 

Eine erste Bilanz nach dem Sturmtief zog auch Uwe Zindel, Leiter des Forstamtes Wolfhagen: „Im Bereich des Habichtswaldes halten sich die Schäden mit circa 500 Festmetern in Grenzen.“ Bei einem Preis von etwa 80 Euro pro Festmeter seien Bäume, insbesondere Fichten, im Wert von 40.000 Euro umgeworfen worden. 1000 bis 1200 Festmeter seien auf der gesamten Fläche des Forstamts betroffen. „Das Holz kann jedoch verkauft werden, da die Bäume in der Regel nicht abgeknickt wurden, sondern mit dem Wurzelteller umgefallen sind.“ Da dies in kleinen Gruppen oder vereinzelt geschehen ist, sei der Aufwand der Verarbeitung größer. In erster Linie handele es sich eher um einen Verlust an Waldsubstanz als um finanziellen Schaden.

Aufgrund von schief stehenden Bäumen, die noch von anderen Bäumen Halt bekämen, warnt der Forstamtsleiter weiterhin davor, durch den Wald zu spazieren. „Es wird bis Ende Mai dauern, bis wir diese Bäume verarbeitet haben.“

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