Sechsköpfige Familie sucht neues Zuhause

Nach Wohnhaus-Brand in Wolfhagen: Familie Schön ist obdachlos

Wolfhagen. Ein Fachwerkhaus brannte in Wolfhagen am Donnerstag und wurde so stark beschädigt, dass es nicht mehr bewohnbar ist. Die Bewohner blieben unverletzt, stehen jetzt aber vor dem Nichts. Wir haben sie getroffen.

Sie wirken gefasst. Das ist das Erste, was auffällt. Dabei hat Familie Schön am Tag zuvor beim Wohnhaus-Brand in einem Wolfhagen einen Großteil ihrer Existenz verloren. 

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Nach Brand in Wolfhagen - Haus ist nicht mehr bewohnbar

„Was soll man machen? Heulen? Das habe ich schon genug. Die ganze Nacht“, sagt Mike Kusch. Jetzt sind seine Augen trocken. Der 24-Jährige hat mit seiner Lebensgefährtin Stefanie Schön eine gemeinsame Tochter, drei Kinder sind aus der ersten Ehe der Frau. Die Schöns wollen sich zunächst um das Wichtigste kümmern: ein Dach über dem Kopf. Möbel, Kleidung – all das sei erst einmal zweitrangig. Die junge Familie bittet um Hilfe bei der Wohnungssuche.

Brandursache: Zigarettenstummel

Seit vier Monaten wohnten sie in der Hans-Staden-Straße, im ersten Stock. Damit ist es seit Donnerstag vorbei. Am Mittag ging ein Freund der Familie in den Wintergarten. Rauchen. Ein Obdachloser, der gelegentlich bei den Schöns unterkommt. „Zehn Minuten später klopfte die Katze an die Balkontür. „Da habe ich schon den Rauch gesehen“, sagt Mike Kusch, der mit seiner vierjährigen Tochter Joulin zu Hause war. Er habe noch mit einem Handtuch versucht die Flammen auszuschlagen – zu spät. Also habe er bei jedem im Haus geklingelt und dann die Feuerwehr gerufen. „Man denkt in diesem Moment nicht klar“, erklärt der 24-Jährige. „Ich habe meine Tochter, die Handys und das Portemonee gepackt und bin raus.“

Alles riecht nach Rauch

Die Mietwohnung der Schöns ist komplett unbewohnbar. Im Wohnzimmer ist die Decke heruntergekommen. In jedem Raum, selbst noch im Garten, riecht es nach Rauch. Dort türmt sich die hastig aus dem Fenster geworfene Einrichtung: Bilder, ein Wörterbuch. Dinge, die schnell greifbar waren. Die Kinder waren über Nacht bei Verwandten: Bruder, Oma, eine Cousine. Alle halfen aus. Jetzt sind sie zum ersten Mal wieder in der Staden-Straße, die Eltern waren bereits am Morgen da. 

Wolfhagen: Wohnhaus nach Brand vorerst unbewohnbar

Die achtjährige Leonie bricht in Tränen aus. Ein Foto im Treppenhaus will sie nicht. Zu nah an der Wohnung. Die Familie hat viel geweint in den letzten 24 Stunden, sie haben es satt. Aber: „Wir wollen niemandem zur Last fallen“, sagt Stefanie Schön. Die Wohnung würden sie natürlich bezahlen.

Große Hilfsbereitschaft

Die Hilfsbereitschaft der Wolfhager sei bisher überwältigend. „Viele rufen an und fragen, ob sie helfen können“, sagt die 28-Jährige. Im günstigsten Fall finde man etwas in Wolfhagen, so könnten die Kinder weiter ohne Probleme zur Schule gehen. Ein erstes Angebot haben die Schöns nach einem Besuch bei Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake bereits: in Istha.

Kontakt: Familie Schön, 0152/59424028.

Rubriklistenbild: © Herwig

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