Nach zahlreichen Stornierungen

„Stehen mit dem Rücken zur Wand“ – Mehr als 20 Gastronomen aus Altkreis haben Brandbrief verfasst

Unter einem großen Pavillon stehen bei Tischen und Stühlen ein Herr und eine Dame jeweils mittleren Alters.
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Außenzelt mit Heizstrahler: Jörg und Angela Waßmuth haben zum Schutz der Gäste aufgerüstet.

Mehr als 20 Gastronomen aus der Region haben sich miteinander vernetzt und versuchen sich gegenseitig zu informieren und zu unterstützen.

Wolfhager Land – Mehr als 20 Gastronomen aus dem Altkreis haben jetzt gemeinsam einen Brandbrief an ihre Gäste verfasst: „Da stehen wir nun im Herbst 2020 mit dem Rücken zur Wand, kaum eine Aussicht auf bessere Zeiten in diesem Winter und ja, es wird viele von uns erwischen, die die Pandemie ökonomisch nicht überleben werden“, schreiben sie.

„Seit die Infiziertenzahlen steigen, hagelt es bei uns in der Branche Stornierungen“, sagt Sprecher Jörg Waßmuth vom Schiffchen in Wolfhagen. „Dabei sind wir nicht schuld an dem aktuellen Infektionsgeschehen. Laut RKI infizieren sich nur 0,5 Prozent der Menschen in der Gastronomie“, so Waßmuth. „Wir tun mit verschiedenen Maßnahmen derzeit alles, um unsere Gäste zu schützen.“ Die Gastronomen appellieren an die Menschen in der Region, auch in dieser Zeit weiter in die Restaurants und Cafés zu kommen.

Einige Gastronomen bieten wieder Abholung und Lieferdienst

In dem Brief der Wirte heißt es weiter: „Hört nicht auf, in Euer Lieblingsrestaurant zu gehen, trinkt Euer Bier weiterhin bei uns in der Kneipe und im Restaurant, hört nicht auf, unsere Gäste zu sein – wir brauchen Euch als Gastgeber. Wir verstehen die Politik an vielen Stellen nicht mehr, die Euch, unseren Gästen, suggeriert, dass die Gastros nur noch mit Sperrstunden und anderen restriktiven Maßnahmen zu lenken sind. Wir, die ein Hygienekonzept entwickelt, Mitarbeiter geschult, Umbauten getätigt und große Verluste hingenommen haben, sollen nun also unsere Betriebe schließen, um unsere Gäste nach der Sperrstunde zu privaten Feiern zu schicken.“

Einige Gastronomen bereiten wieder Speisen zum Abholen vor oder liefern sogar. So zum Beispiel das Restaurant San Remo in Wolfhagen oder die Gaststätte Kuhaupt in Leckringhausen. Jörg Waßmuth baut derzeit in seinem Haus die alte Fleischerei um und will in den kommenden Wochen dort Essen zum Mitnehmen und eine Salatbar anbieten. Andere Gastronomen erarbeiten derzeit Konzepte für Außer-Haus-Verkäufe.

Die Infektionsschutzmaßnahmen der Gastronomen sind vielfältig und individuell. Im Zierenberger Café am Markt wurden zum Beispiel Plexiglasscheiben zwischen den Gästetischen angebracht.

Plexiglasscheiben zwischen den Tischen

Mit Plexiglasscheiben sind die Tische im Café am Marktplatz in Zierenberg abgetrennt worden. Bedienung Laura Wagner trägt generell Mundschutz.

Die hat auch das Wolfhager Schiffchen und zusätzlich ein Außenzelt mit Heizstrahlern und Wolldecken. Das Bergcafé hat CO2-Warner aufgestellt und in der Emstaler Höhe filtern acht Geräte die Viren aus der Luft. Abstände zwischen den Tischen und Plexiglas gibt es dort auch. Einmalhandschuhe fürs Buffet und die Desinfektion aller Gegenstände nach Benutzung gehören wie weitere Maßnahmen ebenso dazu. Desinfektionsspender haben alle Gastronomen aufgestellt. (Bea Ricken)

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