Folgen der Fischseuche sind aufgearbeitet

Nach Zwangspause darf Ippinghäuser Verein wieder angeln

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Freuen sich, wieder einsteigen zu können in die Arbeit des Angelsportvereins Ippinghausen: (von links) die Mitglieder Oliver Schwedka, Andreas Anton, Stefan Bock, Nikolej Onischuk, Claudia Bock, Tim Daude und David Felde.  

Die acht Teiche des Angelvereins Ippinghausen sind wieder gefüllt. In ihnen tummeln sich wieder Forellen. Fast ein Jahr lang hatte die Arbeit der 16 Mitglieder des Vereins brachgelegen.

Denn eine Seuche – die Virale Hämorrhagische Septikämie (VHS) – war in die Gewässer eingeschleppt worden. Woher das Virus kam, weiß Stefan Bock, zweiter Vorsitzender des Vereins, nicht.

Die Konsequenzen, die die Seuche für den Verein und seine Fischbestände hatte, hingegen kann er genau benennen. Als er und seine Kollegen die ersten toten Fische entdeckten, informierten sie vor etwa einem Jahr das Veterinäramt. Im November mussten sämtliche Teiche abgefischt werden. Alle Tiere, auch die gesunden, und das waren 99 Prozent der Fische, wurden getötet – Forellen, Karpfen, zwei Zander waren auch darunter. Das Wasser wurde abgelassen, viele Monate lang lagen die Teiche trocken. Immer wieder wurden die freigelegten Böden gekalkt. So wurde der pH-Wert angehoben und das Erdreich desinfiziert, sagt Bock.

Im Juni schließlich habe das Veterinäramt die Freigabe für den erneuten Betrieb der Teiche erteilt, die der Verein von der Stadt Wolfhagen gepachtet hat. Die Ippinghäuser Angler sperrten die Regler wieder auf und das Mühlenwasser, ein kleiner Seitenarm der Elbe, der früher einmal eine nahegelegene Mühle antrieb, wurde wieder in die Teiche geleitet. Den Schaden, den die Seuche beim Verein hinterlassen hat, beziffert Bock auf etwa 10 000 Euro.

Neben diesen Kosten hat der Verein aber noch eine weitere finanzielle Last zu schultern. Immer wieder würden aus den Teichen Fische entwendet, sagt Stefan Bock. Eine Straftat, die zugenommen habe und der sich auch andere Angelvereine gegenübersähen. In Ippinghausen schlugen die Diebe zuletzt Ende September zu, zwei Teiche waren erst vier Wochen zuvor mit Jungtieren besetzt worden. In den vergangenen fünf Jahren sei der Verein wiederholt Opfer von Wilderern geworden. Einmal seien etwa 2000 Forellen geklaut worden. Inklusive der Ausgaben für Futter sei dem Verein ein Schaden in Höhe von 14 000 Euro entstanden.

Früher habe der Angelverein mit seinen Überschüssen soziale Projekte in Ippinghausen unterstützt. „Das haben wir gerne gemacht“, sagt der Vereinsvize. Zwischen 1000 und 1500 Euro hätten sie pro Jahr verteilen können. Das gehe nun nicht mehr. Im Gegenteil: Der zunehmende Diebstahl bedrohe den Fortbestand von so manchem Angelverein, fürchtet Stefan Bock.

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