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Nachhaltigkeitspreis für Wolfhager Kino

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Von: Bea Ricken

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Hat die Jury überzeugt: Kai Mellinghoff setzt im Cinema Wolfhagen viele Projekte zum Thema Nachhaltigkeit um.
Hat die Jury überzeugt: Kai Mellinghoff setzt im Cinema Wolfhagen viele Projekte zum Thema Nachhaltigkeit um. © Ellen Mellinghoff

Land fördert acht hessische Unternehmen mit kostenlosen Beratungen.

Wolfhagen – Seine Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit im Kino werden belohnt: Als einziger Kinobetreiber in Nordhessen profitiert Kai Mellinghoff jetzt von einem kostenlosen Beratungsangebot des Landes Hessen. Das Cinema Wolfhagen und sieben weitere Kinos in Südhessen haben sich für den vom Land vergebenen Nachhaltigkeitspreis qualifiziert. Mit professioneller Unterstützung soll das Thema Nachhaltigkeit weiter bearbeitet werden. Außerdem sollen die Preisträger anderen Kinobetreibern Impulse geben: Die acht Häuser wurden als Referenzkinos ausgewählt. Unterstützung erhalten sie vom Film- und Kinobüro Hessen und der Lust auf besser leben GmbH aus Frankfurt.

„Vielen Kinobetreiberinnen und Kinobetreibern liegt Nachhaltigkeit am Herzen, sie wollen mehr auf ressourcenschonenden Betrieb, innovative Verkehrskonzepte und andere Aspekte der Nachhaltigkeit achten. Dabei benötigen sie Unterstützung“, so Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn.

„Wir helfen Referenzkinos mit individueller Beratung dabei, ihrem Bewusstsein für ökologische und soziale Themen wirkungsvolle Taten folgen zu lassen. Damit sollen sie auch anderen Kinos neue Möglichkeiten aufzeigen und zur Nachahmung anregen“, erklärt Dorn. Die Angebote seien auf die Bedürfnisse der Kinos zugeschnitten und sollten gerade in dieser von Corona und Energieknappheit geprägten, wirtschaftlich schwierigen Zeit helfen, die Kinos zukunftsfähig aufzustellen.

Kai Mellinghoff hat in seinem Kino schon viele Nachhaltigkeitsprojekte umgesetzt. „Ich wünsche mir deshalb eine Beratung, wie ich das Thema Nachhaltigkeit besser in der Öffentlichkeit positionieren kann“, sagt er. Dabei geht es ihm vor allem um das Bespielen der Social-Media-Kanäle.

Aktuell ist der Wolfhager schon wieder mit der Organisation der Nachhaltigkeitsfilmtage beschäftigt, die im Oktober starten sollen. Das Kino arbeite eng mit der Energieoffensive sowie der Bürgerenergiegenossenschaft Wolfhagen zusammen. „Das hat neben fachbezogenen Filmveranstaltungen mit einem Markt der Möglichkeiten zu den Themen Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit auch dazu geführt, dass inzwischen die Abwärme des digitalen Projektors in den Zuschauerraum geleitet wird, um Heizenergie einzusparen“, erklärt Mellinghoff.

Zudem werde im Kino konsequent auf Plastik verzichtet. Strohhalme, Umverpackungen und Einweggeschirr seien tabu. Bei den Getränken achte er darauf, dass Produkte aus der Umgebung gekauft würden, um kurze Lieferketten zu gewährleisten. Bei Veranstaltungen bietet das Cinema bewusst regionale Erzeugnisse an. Der Müll werde nach der Vorstellung gezielt gesammelt, um eine getrennte Entsorgung zu gewährleisten.

Ein größeres Projekt hin zu mehr Nachhaltigkeit ist die Fotovoltaikanlage mit Speicher auf dem Kinogebäude, die das Unternehmen autark mit Strom versorgt. Und gerade ist Kai Mellinghoff dabei, den Einsatz der Klimaanlage zu optimieren. „Die Dinger laufen in Kinos meist den ganzen Tag. Das ist völlig unnötig.“ Nun soll die Anlage nur noch laufen, wenn wirklich Gäste im Kino sind. (Bea Ricken)

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