Naturschutztag in Altenhasungen: Abenteuer im Ameisenland

Kleine Entdecker: Klaus-Berndt Nickel, Präsident der deutschen Ameisenschutzwarte, zeigt beim Naturschutztag des Nabu-Ortsvereins Altenhasungen Aurelia Baronelli und Max Schwab den Nestbau der Schwarzglänzenden Holzameise. Foto: zih

Altenhasungen. Ameisen begegnen Max Schwab (10) und Aurelia Baronelli (7) eigentlich täglich. Beim Naturschutztag in Altenhasungen bekamen die Kinder einen neuen Blick auf die Insekten.

Klaus-Berndt Nickel, Präsident der deutschen Ameisenwarte, zeigte ihnen und 50 weiteren Gästen, wie die Glänzendschwarze Holzameise (Lasius fuliginosus) ihr Nest baut. Ein aus bis zu zwei Millionen Tieren bestehendes Volk der Schwarzglänzenden Holzameise baut seine Behausung in Gärten und der Natur. Dafür sucht sie sich abgestorbenes Bäume aus. Beim Nestbau im Totholz bedienen sich die Insekten der Gattung der Hautflügler technischer Hilfe. In ihrem Bau züchten sie spezielle Pilze. Deren feine Fäden überziehen und durchdringen die dünnen Wände und verleihen dem Bau so zusätzliche Stabilität.

Experte Klaus-Berndt Nickel nahm die Besucher des Naturschutztages im Altenhasunger Naturschutzgebiet Hute vor dem Bärenberg mit in die faszinierende Welt der Ameisen. Neben der Holzameise standen noch weitere Ameisenarten im Fokus, die im Jahr 1990 ausgewiesenen Naturschutzgebiet heimisch sind und dort einen wichtigen Trittstein darstellen. Zum Beispiel erlegt ein Ameisenvolk täglich bis zu 100.000 Schädlinge als Beutetiere, wobei sich die Holzameise überwiegend vom Honigtau der Blattläuse ernährt.

Aber auch die weitere einzigartige Flora und Fauna des 34 Hektar großen Halbtrockenrasens kam während der Exkursion nicht zu kurz. Eine besondere Augenweide ist die über 300 Jahre alte Schäferbuche. Der Stamm des Naturdenkmals hat einen Durchmesser von acht Metern. Ortsvereinsvorsitzender Peter Priller: „Neben der dort vorhandenen einzigartigen Tierwelt haben wir bisher über 320 Pflanzenarten gezählt, von denen 41 Blütenpflanzen auf der Roten Liste für gefährdete Arten stehen.“ Unter anderem ist die Hute am Fuße des 601 Meter hohen Bärenbergs, im Volksmund wird sie auch der kleine Bärenberg genannt, Heimat für elf Orchideen- und zwei Enzianarten. (zih)

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