Neue Pächter für ehemaliges Café

Bei hessischen Tapas abschalten: Anja und Holger Otto übernehmen Alte Wache

Eine Dame und ein Herr jeweils mittleren Alters stehen vor einem Fachwerkhaus.
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Übernehmen die Alte Wache: Anja und Holger Otto. Das Gastronomenpaar hat sich mit seinem Konzept gegen mehrere Bewerber durchgesetzt. In der Bar reichen sie hessische Tapas und Getränke mit Schwerpunkt auf Regionalität.

Hessische Tapas sollen ab dem nächsten Frühjahr in der Alten Wache gereicht werden. Sie gehören zu der Idee, die Wolfhagens Magistrat überzeugt hat.

Wolfhagen – Deshalb wird das Gebäude, das am Marktplatz eine Eins-a-Lage genießt, an das Gastronomenpaar Anja und Holger Otto verpachtet.

Die Eheleute, die seit diesem Jahr bereits das Hotel und Restaurant „Altes Rathaus“ führen, haben sich damit gegen etwa zehn Konkurrenten durchgesetzt, die sich ebenfalls für das schnucklige Fachwerkhäuschen interessierten, in dem es bis vor wenigen Monaten noch ein beliebtes Café gab.

Es ist in erster Linie das Projekt von Anja Otto, wenngleich sich ihr Mann mit der gleichen Begeisterung dem Vorhaben widmet. Allerdings wird man die 54-Jährige, die aus dem thüringischen Nordhausen stammt, nach Eröffnung der Bar ab März, spätestens ab April kommenden Jahres häufiger dort antreffen, während ihr Partner seinen Arbeitsplatz im Restaurant gegenüber haben wird.

Fokus auf regionalen Produkten

Ein Ort, an dem man in Ruhe ein Glas Wein trinken und eine Kleinigkeit essen kann – das fehle bislang in der Stadt, sagen die Ottos und sprechen damit vielen Wolfhagern aus dem Herzen. Mit regionalen Produkten wollen sie ihre Idee mit Leben füllen. Mit Käse vom Landwirt nebenan, Ahler Wurst von einem heimischen Metzger und einer Auswahl an weiteren hessischen Produkten wollen sie ihre Gäste auf den Geschmack an der dann neuen Alten Wache bringen, die von 11 bis 22 Uhr durchgehend geöffnet haben wird – mit einem Ruhetag am Montag.

Noch sind die Ottos dabei, eine Liste an Lieferanten zusammenzustellen. „Beim Wein zum Beispiel ist das gar nicht so einfach“, sagt Anja Otto. Schließlich müsse er am Ende auch noch bezahlbar sein. In der Auswahl der Tapas, die ihren Ursprung in der spanischen Küche haben und bei denen es sich um kleine Portionen handelt, wolle sie auch saisonale Produkte berücksichtigen.

Was ihnen oben geschmeckt hat, können sie unten kaufen

Holger Otto

Die obere Etage soll mit neuen Möbeln als Gastraum hergerichtet werden, im Erdgeschoss wird es für Menschen, die Probleme haben, die Treppe emporzusteigen, Sitzgelegenheiten geben. Ansonsten aber wird im Parterre ein Verkaufsraum entstehen, in dem Gäste und Kunden die regionalen Waren erwerben können. „Was ihnen oben geschmeckt hat, können sie unten kaufen“, sagt Holger Otto, der gelernter Bäckermeister ist.

In den kommenden Wochen wird die Alte Wache renoviert. Die Maler rücken an, ebenso ein Tresenbauer. Der Teppich im zweiten Stock kommt raus, vermutlich wird er durch einen Neuen ersetzt. „Alles wird heller, leichter, moderner“, freut sich Anja Otto schon jetzt auf den Moment, wenn die Arbeiten beendet sein werden und die ersten Gäste hereinspazieren.

Erneuert wird darüber hinaus auch die Küche. Die ist in der Alten Wache eine echte Herausforderung, sagt Bürgermeister Reinhard Schaake. Das Gesundheitsamt würde einen klassischen Restaurantbetrieb mit brodelnden Töpfen und Pfannen nicht mehr genehmigen. „Das geben die räumlichen Voraussetzungen nicht her“, so der Rathauschef. Vor diesem Hintergrund habe das Konzept der Ottos am besten überzeugt. Der Pachtvertrag wurde über eine Laufzeit von zehn Jahren abgeschlossen. (Antje Thon)

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