Gehöft an der Schützeberger Straße muss weichen

Neuer Wolfhager Feuerwehrstützpunkt: Abrissarbeiten laufen

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Sauber sortiert: Baggerführer Rainer Baron muss Holz, Metall, Ziegelsteine und Beton getrennt deponieren.

Es tut sich was an der Schützeberger Straße in Wolfhagen. Dort wird derzeit ein Hof abgerissen. Er macht Platz für den neuen Feuerwehrstützpunkt.

Ein klassisches Abrisshaus ist der Hof an der Schützeberger Straße nun nicht gerade. Da gebe es Häuser in deutlich schlechterem Zustand, sagt Baggerführer Rainer Baron, ohne dass ihnen die Abrissbirne droht. Dass das Gelände jetzt dennoch abgeräumt wird, hat einzig und allein den Grund, dass es sich als besonders geeignet für den Bau des neuen Wolfhager Feuerwehrstützpunktes empfohlen hat.

Mit seinem 21 Tonnen schweren Bagger pflückt Baron, der bei der Firma Hammerlindl in Altenhasungen angestellt ist, Stück für Stück vom Dach und vom Mauerwerk, sortiert alle Materialien fein säuberlich, was in diesem Fall ein Leichtes ist, schließlich hat er Platz genug zur Verfügung. Die Balken werden gesondert gestapelt, Ziegelsteine haben ihren eigenen Lagerplatz, ebenso die Betonbrocken. Auch das Metall wird sauber getrennt, schließlich sollen die Materialien allesamt recycelt werden, erklärt der Baggerführer.

In den vergangenen Tagen waren zunächst die alten Wirtschaftsgebäude an der Reihe, heute nimmt Baron sich das in Fachwerkbauweise errichtete Wohnhaus vor. In den Türsturz des Eingangs ist sauber das Baujahr eingemeißelt: 1920. Nach gerade mal 99 Jahren ist nun Schluss. Wenn das platt ist, sagt Baron, hören dann auch endlich die unerwünschten Besuche auf: „Hier springen Leute rum und gucken, ob noch was zu holen ist.“ Die einen kommen nach Feierabend, andere während Baron mit seinem Kollegen am Schaffen ist. Vor allem Metalle seien bei den Baustellen-Touristen gefragt.

Keine 100 Jahre alt: Der Hof an der Schützeberger Straße muss dem neuen Stützpunkt der Wolfhager Feuerwehr Platz machen. Am Bildrand links ist die Wolfhager Kläranlage zu sehen.

Auch wenn die Gebäude abgeräumt sind, wird der Abrisstrupp noch zu tun haben. „14 Tage sind wir bestimmt noch hier“, schätzt Baron, denn im Bereich des Kuhstalls und des Güllebunkers „ist am Boden alles aus Beton. Das hält noch etwas auf“. Und dann müsse ja auch noch das Verbundpflaster vom Hof geräumt werden. Das Pflaster landet auf dem großen Berg mit den Betonresten. Für das sortierte Material rückt ganz am Schluss der Arbeiten eine Brecheranlage an, die gnadenlos Ziegelsteine und Beton zu sortenreinem Bauschutt zermalmt. Der Schutt sei bestens geeignet für Auffüllarbeiten, preist Rainer Baron das Produkt seiner Arbeit an.

Dass die Stadt Wolfhagen den Schutt für den Neubau des Feuerwehrstützpunktes, der auf der Fläche des abgeräumten Hofes entstehen wird, gebrauchen kann, ist eher unwahrscheinlich. Für das neue moderne Domizil der Feuerwehr, sagt Michael Joost vom Bauamt der Stadt, werde man die Böschung anschneiden müssen, da gibt es eher zusätzlichen Abraum. Joost: „Die Erdarbeiten sind erheblich.“

Wenn das Wetter es erlaubt, so der Mann, der im Rathaus unter anderem für Stadtplanung zuständig ist, sei mit dem Baubeginn des Neun-Millionen-Euro-Projektes zum Jahresbeginn 2020 zu rechnen. Je früher, desto besser, denn, sagt Michael Joost: „In zwei Jahren müssen wir fertig sein.“

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