Regionalmuseum Wolfhager Land

Wolfhagen: Neues Urhandtier für Sammlung des Museums 

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Spuren einer Seelilie: Gefunden wurde das in Muschelkalk verewigte Fossil am Großen Hopfenberg südöstlich der Wolfhager Kreisklinik. Beate Bickel, Leiterin Regionalmuseum Wolfhager Land, will dem Exponat in der neuen Ausstellung wieder einen wertigen Platz geben.

Wolfhagen. Die Abteilung für Geologie und Paläontologie im Regionalmuseum Wolfhager Land wird erneuert. Der Schwerpunkt soll auf den Besonderheiten des Wolfhager Landes liegen.

Die Abteilung für Geologie und Paläontologie im Regionalmuseum Wolfhager Land soll im Laufe der kommenden Jahre erneuert werden. Künftig sollen in dem kleinen Raum in der Zehntscheune in Wolfhagen nicht mehr die geologischen Verhältnisse der ganzen Welt erklärt werden. Der Schwerpunkt soll auf den Besonderheiten des Wolfhager Landes liegen.

Museumsleiterin Beate Bickel und Geologe Dr. Reiner Kunz erstellen derzeit ein Konzept. Mit ihren Plänen sind die beiden schon ein gutes Stück vorangekommen. Für die Umsetzung erhoffen sie sich vom Hessischen Museumsverband finanzielle Unterstützung. Jetzt gelte es abzuwarten, sagt Bickel, die den Kostenbedarf auf 25 000 Euro schätzt. Der Museumsverband habe sich noch nicht geäußert.

So sah das Wolfhager Urhandtier nicht aus: Deshalb wird dieses alte Modell aus dem Museum verbannt und durch ein realistischeres ersetzt.

Die Erneuerung der Abteilung soll auf inhaltlicher und gestalterischer Ebene erfolgen. So entspreche das Modell vom Wolfhager Urhandtier (Protochirotherium Wolfhagense) nicht mehr dem aktuellen Stand der Wissenschaft und soll erneuert werden.

Nach Angaben von Entdecker Reiner Kunz seien die Saurierfährten aus dem Buntsandstein eine „wirkliche Besonderheit“ für die Region. Zugleich hätten sie eine Strahlkraft für Menschen, die sich für Lebewesen vergangener Erdzeitalter interessierten.

Überblick über in der Region nachgewiesene Reptilien

Die Spuren sind etwa 250 Millionen Jahre alt, vergleichbare spätere Funde in Österreich, Südtirol, Spanien, Marokko und Utah erhielten den Wolfhager Gattungsnamen. In der neuen Abteilung soll diesem wissenschaftlichen Beitrag Rechnung getragen werden.

Dann wollen Kunz und Bickel den Besuchern einen Überblick über die neun Fährtengattungen verschiedener Reptilien geben, deren Nachweis für die Region bislang gelungen ist. Was sich im Museum künftig nicht mehr abbilden lässt, wird für die Besucher in Faltblättern vertieft.

Ziel sei es, die erdgeschichtlichen Höhepunkte für die Region plakativ mit kurzen Texten und deutlich moderner aufzuarbeiten. Neben den Saurierfährten soll vor allem das Paläogen (vor 66 bis 23 Mio. Jahren) mit dem Kasseler Meeressand dargestellt werden. 

Einsatz neuer Medien und Mitmachstationen

Aber auch die Spuren des Vulkanismus sollen sichtbar gemacht werden. Neue Medien sollen ebenso eingesetzt werden wie Mitmachstationen und ein Mikroskoptisch, an dem im Kasseler Meeressand nach winzigen Fossilien gesucht werden kann.

Weiterhin wollen Bickel und Kunz auch Fundstücke und besondere Fossilien ausstellen. Dazu gehören die originalen Fährten von Reptilien, aber auch das Schambein eines Meeressauriers und eine versteinerte Seelilie. Wann das Projekt umgesetzt wird, ist nach Angaben von Bickel von dessen Finanzierung abhängig. Fest allerdings steht: In diesem Jahr ist damit nicht zu rechnen.

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