Kein Platz für Lkw

Neues Verkehrskonzept fürs Gewerbegebiet Hiddeser Feld

Große Steine blockieren die Stellflächen: Lastwagen können an der Otto-Hahn-Straße im Gewerbegebiet Hiddeser Feld nicht mehr parken. Die Firmen, zu denen die Transportfahrzeuge unterwegs sind, sollen auf ihrem Gelände für Pufferflächen sorgen.
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Große Steine blockieren die Stellflächen: Lastwagen können an der Otto-Hahn-Straße im Gewerbegebiet Hiddeser Feld nicht mehr parken. Die Firmen, zu denen die Transportfahrzeuge unterwegs sind, sollen auf ihrem Gelände für Pufferflächen sorgen.

Die Verkehrsführung im Gewerbegebiet Hiddeser Feld soll überarbeitet werden.

Wolfhagen/Breuna – Die Zufahrtsprobleme während des heftigen Wintereinbruchs vor einigen Wochen zu den Firmen im Gewerbegebiet Hiddeser Feld sind alles andere als Schnee von gestern. Die Kommunen Wolfhagen und Breuna haben nun Verkehrsplaner beauftragt, Lösungen für die angespannte Verkehrslage im interkommunalen Gewerbegebiet zu erarbeiten, um künftig besser gewappnet zu sein. Im Februar hatten große Schneemengen und gestrandete Lkw die Straße blockiert und zu Staus geführt.

Wie Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake jetzt sagte, sei die Zufahrt derzeit nur noch für Transportfahrzeuge erlaubt, die ein Anliegen im Hiddeser Feld nachweisen können. Das Verbot, auf den straßenbegleitenden, 2,50 Meter breiten Streifen zu parken, gelte für Lkw nach wie vor. Große Steine verhindern ein Parken. Aktuell dürfen auf den Parkstreifen, die vor 20 Jahren noch dazu konzipiert waren, Autos und Lastwagen aufzunehmen, nur noch Pkw abgestellt werden. „Zudem sind die großen Firmen angehalten, auf ihren eigenen Grundstücken Pufferzonen für Lkw anzubieten“, sagt Schaake.

Rettungswege in der Prüfung: Im Ernstfall könnten Helfer über Wirtschaftswege ins Gewerbegebiet gelangen. Ein Radweg läuft von Niederelsungen auf das Hiddeser Feld zu und tunnelt die A44.

In den zurückliegenden Jahren habe zum einen der Schwerverkehr auf der Straße zugenommen, die Lkw-Fahrer müssten Ruhezeiten einhalten und die Fahrzeuge seien breiter geworden, beschreibt Breunas Bürgermeister Jens Wiegand das Problem. Der Bund mache die Gesetze, mit deren Folgen dann die Kommunen zurechtkommen müssten, sagt Schaake mit Blick auf die Not der Brummi-Fahrer, für die es zu wenig Rast- und Parkmöglichkeiten gebe.

Schaake und Wiegand rechnen für den Sommer mit dem Verkehrsgutachten fürs Hiddeser Feld. Darin berücksichtigt sein wird dann auch die Erweiterung des Gewerbegebietes um elf Hektar. Während das Wolfhager Parlament den erforderlichen Aufstellungsbeschluss bereits im März gefasst hat, soll der Beschluss in Breuna im Mai erfolgen. Wiegand geht davon aus, dass die Entscheidung glattgeht, da die Pläne für die Flächen seit Jahren bekannt seien.

Reinhard Schaake: Bürgermeister Wolfhagen

Auf der Erweiterungsfläche solle ein Wendehammer für Lkw geschaffen werden. Derzeit seien die Möglichkeiten für Lastwagen, im öffentlichen Raum zu drehen, eher schlecht. Das würde aber nur einen Teil des Problems lösen. Wie und ob für Lkw Parkflächen angeboten werden, wird ebenfalls zu klären sein.

Das Gutachten, von dem sich die Firmen im Gewerbegebiet Hiddeser Feld eine Entspannung der Verkehrssituation versprechen, soll im Sommer vorliegen. Ein zentraler Aspekt darin werden auch die Rettungswege sein. Das kündigten jetzt Breunas Bürgermeister Jens Wiegand und sein Kollege in Wolfhagen, Reinhard Schaake, an.

Hierbei sollen die Feldwege, die auf das Gewerbegebiet zuführen, berücksichtigt werden. Auf einem dieser Wirtschaftswege gelangt man von Niederelsungen aus an den südlichen Rand des Hiddeser Feldes, wo der geschotterte Weg hinter der Halle von Volkswagen Classic Parts in Richtung Rewe Lager und Vitaqua verläuft.

Mit der Überarbeitung der Rettungswege reagieren die Kommunen auf die schwierige Verkehrslage im Hiddeser Feld. Ist die Otto-Hahn-Straße, aus welchen Gründen auch immer, dicht und sollte es dann in einem der Betriebe einen Unfall oder Brand geben, der schnelles Eingreifen erfordert, braucht es einen Plan B.

Jens Wiegand : Bürgermeister Breuna

Zuletzt hatten an Seitenstreifen parkende Lkw immer wieder für Behinderungen auf der Otto-Hahn-Straße geführt. Brummifahrer hatten die A 44 verlassen, um auf Stellflächen in der Nähe ihre vorgeschriebenen Ruhezeiten einzuhalten. Und weil die wenigen Rastplätze an den Autobahnen die Vielzahl an Lastwagen nicht aufnehmen kann, waren die Parkplätze im Gewerbegebiet eine willkommene Alternative. Doch die stehen den Fahrern seit Mitte Februar nicht mehr zur Verfügung. Nach dem Schneechaos riegelten die Kommunen die Flächen für Lastwagen ab. Inzwischen verhindern große Steine eine Auffahrt. In dem Fall soll der Sackgassencharakter, den die Otto-Hahn-Straße derzeit habe, mit der beabsichtigten Erweiterung des Gewerbegebietes aufgebrochen werden, sagt Wiegand.

Und noch ein brisantes Thema erfährt mit der Erweiterung des Wirtschaftsstandorts eine neue Dynamik. Dringlichkeiten und Möglichkeiten einer Ortsumfahrung Breunas waren in der Vergangenheit mehrfach diskutiert worden. Vor einigen Jahren sei die Verkehrsentlastung seiner Gemeinde allerdings noch Zukunftsmusik gewesen. Das Land Hessen hatte sich zurückgehalten und Breuna vorgeschlagen, in Vorleistung zu gehen. Mit diesem Vorschlag, der für die kleine Kommune finanziell nicht zu stemmen war, verschwanden die Umfahrungspläne in der Schublade.

Mit Blick auf die Vergrößerung des Gewerbegebietes „wollen wir in Gesprächen mit dem Land und mit Hessen Mobil die sich nun ergebenden Möglichkeiten neu prüfen“, sagt Wiegand. Bereits vor zehn Jahren war eine Umgehung Breunas im Osten angedacht, die über die Landesstraße an Oberlistingen vorbei verlaufen und auf die B 7 münden sollte.

Parkbuchten für Lastwagen zu schmal

Das Schneechaos am 8. Februar hatte den Verkehr ins und aus dem Gewerbegebiet für Tage nahezu zum Erliegen gebracht. Lkw hingen fest, blockierten die Kreisel, die Otto-Hanh-Straße hatte nur eine Spur. Doch auch ohne Schnee hat Wolfhagens und Breunas Gewerbegebiet ein Problem mit Lkw. Für sie sind die Parkbuchten zu schmal, sie stehen mit den Rädern auf dem Gehweg und ragen mit ihren Aufbauten in den Verkehrsraum. So reduzieren sie die Straßenbreite. (Antje Thon)

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