Vierte Welle macht sich aber schon bemerkbar

Noch keine Engpässe in den Krankenhäusern Hofgeismar und Wolfhagen

Die Kreisklinik in Wolfhagen: Im Bereich der Covid-Station werden besondere Vorkehrungen bei der Patientenaufnahme getroffen.
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Die Kreisklinik in Wolfhagen: Im Bereich der Covid-Station werden besondere Vorkehrungen bei der Patientenaufnahme getroffen.

Zwar gibt es in den Kreiskliniken Wolfhagen und Hofgeismar noch keine Engpässe, die vierte Welle macht sich aber schon bemerkbar.

Auch wenn sich die erneute Infektionswelle in der Corona-Pandemie im Wolfhager Kreiskrankenhaus „noch nicht so sehr bemerkbar macht, zieht sie aber spürbar an“, wie Kreissprecher Harald Kühlborn erklärte, so könne es dennoch sein, dass das Krankenhaus bei einer akuten Patientenaufnahme bei der Leitstelle als „belegt“ geführt wird. Der Grund ist, dass bei einer Patientenaufnahme ein Doppelzimmer zunächst nur mit einer Person belegt wird.

Und zwar solange, bis ein Corona-Test zeige, dass dieser Patient nicht infiziert ist. „Dadurch kann es durchaus vorkommen, dass es kurzfristige Engpässe gibt“, so Kühlborn.

Derzeit gelten in Krankenhäusern die 3G-Regeln. Also nur geimpfte, genesene oder getestete Besucher werden eingelassen. Momentan ist in der Wolfhager Kreisklinik (60 Betten) kein Patient mit einer Corona-Infektion. In Hofgeismar befindet sich derzeit ein Patient auf der Intensivstation, wird jedoch akut nach Kassel verlegt. Dafür wechselt ein Patient vom Klinikum Kassel auf die Intensivstation nach Hofgeismar. Laut Kühlborn handelt es sich bei dem Patienten in Hofgeismar um einen ungeimpften Covid-Patienten. Sowohl in der Kreisklinik in Wolfhagen als auch in Hofgeismar seien eigenständige Covid-Bereiche eingerichtet worden.

Nach wie vor bietet der Landkreis Kassel den Mitarbeitern in beiden Häusern in Wolfhagen und Hofgeismar kostenlose Corona-Tests an. Auch im Klinikum Kassel (Gesundheit Nordhessen) wird die 3-G-Regel angewandt. Im Klinikum werden FFP2-Masken getragen. Neben dem medizinischen und pflegerischen Personal müssen auch ambulante und stationäre Patienten einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Dieser darf auf den Patientenzimmern jedoch abgelegt werden. Covid-Verdachtsfälle werden in einer speziellen CCU (Corona Care Unit) behandelt, die der Notaufnahme zugeordnet ist. Sie ist durchgehend besetzt und bietet ab Anfang der Behandlung die Möglichkeit der konsequenten Trennung der Patientenströme an.

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg gilt aktuell (seit Montag) im Krankenhaus Bad Arolsen (zugehörig zur Gesundheit Nordhessen), den Asklepios-Kliniken Bad Wildungen, dem Kreiskrankenhaus Frankenberg und der Stadtklinik Korbach die 2G-Regelung. Hier dürfen nur geimpfte und genesene Besucher in die Krankenhäuser, um einen Patienten zu besuchen oder aber einen ambulanten Patienten zur Untersuchung zu begleiten.

Die nordhessischen Kliniken, deren Corona-Belegung von der Gesundheit Nordhessen (GNH) in Kassel koordiniert wird, hätten am Montag in einer Videokonferenz über die Lage beraten, sagte Prof. Dr. Stefan Andreas, Chefarzt der Lungenfachklinik Immenhausen. Diese Kooperation helfe, die Versorgung für Corona-Patienten aufrecht zu erhalten.

Die Immenhäuser Klinik sei derzeit sehr voll, ergänzte Andreas. Das sei unter anderem eine Folge von Influenza-Erkrankungen, die bei schweren Fällen auf der Intensivstation behandelt werden müssten. Derzeit gebe es in seinem Haus aber keinen Patienten mit einer Corona-Erkrankung. Die Lungenfachklinik halte zwei Betten auf ihren Stationen sowie ein Bett auf der Intensivstation für Covid-Patienten vor. Problematischer sei die Lage aber in Südhessen, sagt Andreas. Von dort breite sich die Welle nach Norden hin aus. Er weist darauf hin, dass bundesweit 94 Prozent der Patienten auf Intensivstationen nicht geimpft seien. Eine Impfung verhindere schwere Infektionen, sagte Andreas – und damit die weitere Belastung der Intensivstationen und ihrer Mitarbeiter.  (Monika Wüllner und Bernd Schünemann)

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