Nordhessenbulli fährt Fußball-Nachwuchs nach Paderborn

Mit dem Nordhessenbulli des SC Paderborn 07 unterwegs: (von links) Fahrer Heinz-Walter Bobbermin, die Jugendfußballer Laurin Unzicker, Pascal Deiß, Maximilian Kraus und Fahrer Werner Trümper. Foto: Daher

Wolfhagen/Breuna. Acht Nordhessen trainieren in Paderborn - Werner Trümper aus Wolfhagen und Heinz-Walter Bobbermin aus Breuna bilden den Fahrdienst für sie.

Sie haben ein straffes Programm vor sich. Und das viermal pro Woche. Acht Jugendfußballer aus Nordhessen spielen in verschiedenen Klassen beim Bundesligisten SC Paderborn 07. Vom Wolfhager Land geht es direkt nach der Schule mit dem extra eingeführten „Nordhessenbulli“ nach Nordrhein-Westfalen. Die Fahrt übernehmen ein Wettesinger und ein Wolfhager ehrenamtlich.

„Fast 30.000 Kilometer für etwa 3000 Euro Benzin habe ich vorher verfahren“, sagt Werner Trümper, der früher seinen Enkel Maximilian mit seinem eigenen Auto nach Paderborn gefahren hat. Heute fährt er immer noch, aber einen der vier Mercedes-Sprinter, die der Bundesligaverein extra angeschafft hat. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, deshalb fahre ich weiterhin. Aber: Ohne mein eigenes Auto zu belasten oder den Sprit zu zahlen“, fügt Trümper aus Wolfhagen hinzu.

Der Wettesinger Heinz-Walter Bobbermin teilt sich mit Trümper seit zwei Jahren die Nordhessen-Route. „Es macht mir Spaß, weil ich sehe und merke, wie sich die Jungs persönlich und sportlich weiterentwickeln“, sagt Bobbermin.

Zu dem ehrenamtlichen Fahrer-Job kam der SC-Fan durch eine Stellenanzeige: „Ich habe alle zwei, drei Tage auf der Internetseite geschaut, die Anzeige gesehen und mich beworben“, erzählt er.

Um 16 Uhr, gleich nach der Schule, werden die acht Nachwuchsspieler an verschiedenen Sammelpunkten entlang der A44 abgeholt. Dann beginnt die - mit Hin- und Rückfahrt und Training - fünfeinhalb-stündige Fahrt. „Auf dem Weg nach Paderborn machen die Jungs meistens ihre Hausaufgaben. Zurück sind sie so fertig, dass sie schlafen“, berichtet der Wettesinger.

Trainieren wie die Profis

Im Paderborner Nachwuchsleistungszentrum - das auch die Fahrzeuge unterhält - trainieren die acht Nordhessen vier bis fünf Mal die Woche. Zwei spielen in der U-19 in der Westfalenliga, drei U-17 in der Junioren-Bundesliga-West. Zweitere ist die höchste Jugendspielklasse in Deutschland, die vom DFB gemanagt wird. Die anderen drei Spieler kicken in der Landesliga, sowohl U-15 als auch U-16. Und dabei sind sie erfolgreich: Fast alle Jugendmannschaften stehen auf dem ersten oder zweiten Platz, bis auf die U-17, die sich derzeit im oberen Mittelfeld befindet.

„Der Schlüssel des Erfolges liegt auch in der Qualifikation der Trainer: Vom B-Schein-Inhaber bis Fußballlehrer ist alles dabei“, sagt Werner Trümper. Doch er ist auch kritisch: „Die Nordhessen-Fußballclubs können das Abwandern der Jugendlichen nicht ganz verhindern. In der Nähe gibt es keinen Bundesligisten.“

Die Jugendlichen spielten zuvor bei Clubs wie dem FSV Rot Weiß Wolfhagen oder dem KSV Hessen Kassel. Durch den Einsatz der beiden Fahrer, können sie ihr Talent beim Bundesligisten zeigen.

Von Johanna Daher

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.