Glasfaser

Ob man als Kunde für Tiefbau aufkommt, hängt vom Unternehmen ab

Selbst graben für den Glasfaseranschluss? Liegt das Haus zu weit entfernt von der Straße, kann das notwendig werden – so wie bei Jens Gröning in Helsa.
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Selbst graben für den Glasfaseranschluss? Liegt das Haus zu weit entfernt von der Straße, kann das notwendig werden – so wie bei Jens Gröning in Helsa.

Schnelles Internet gehört heute zum Lebensstandard. Auch deshalb wird derzeit überall in der Region mit Glasfaser das Breitbandnetz ausgebaut.

Wolfhager Land – Der Ausbau passiert fast überall durch private Telekommunikationsunternehmen, in ganz schlecht versorgten Gebieten gibt es von Bund und Land Fördergelder. Die Tiefbauarbeiten machen meist Subunternehmer.

Doch manch ein privater Kunde mag sich fragen, wer eigentlich den Graben für das Kabel bis zum Haus gräbt – vor allem, wenn der Weg länger ist als üblich. Ein Überblick.

Götel

In den Kommunen, in denen der Göttinger Telekommunikationsanbieter Götel ausbaut, gilt folgende Regel: Das Unternehmen übernimmt 20 Meter ab der Bordsteinkante bis zum Haus – „auf dem kürzesten Weg“, erklärt Markus Schaumburg von der Firma Götel. Für alles, was darüber hinaus geht, würden individuelle Lösungen gefunden.

Schaumburg nennt zwar einen Richtwert von 40 Euro Kosten für jeden weiteren Meter. Pauschal könne das aber nicht gehandhabt werden. Bei der Hausbegehung würden in solchen Fällen Details besprochen werden, etwa, wie tief der Eigentümer graben sollte, und welche Beschaffenheit der Boden vor Ort habe.

Die Tiefbaufirma schicke dann ein Angebot an den Kunden mit dem genauen Preis. Natürlich können Kunden auch selbst graben.

Der Fall eines Helsaers, der an seiner Einfahrt zum Haus 100 Meter selbst grub, scheint hingegen ein Einzelfall zu sein. Auch Markus Schaumburg und dem Bürgermeister sind keine ähnlichen Fälle bekannt, bei denen die Kabel über eine so lange Strecke verlegt werden müssen.

In diesem Fall hatte die Firma Götel nach einer Verzögerung das Leerrohr zur Verfügung gestellt und dann gemeinsam mit dem Hauseigentümer Jens Gröning die Rohre verlegt.

Deutsche Glasfaser

Die Deutsche Glasfaser GmbH, die ebenfalls in der Region ausbaut, handhabt das anders. Auf Anfrage heißt es von dem Unternehmen, dass vorab ein genaues Ausbaugebiet abgegrenzt und kommuniziert werde. Siedlungen seien beispielsweise oft nicht Teil davon. Wer sich im Ausbaugebiet befinde, der werde kostenlos angeschlossen, inklusive der Tiefbauarbeiten, erklärt ein Sprecher.

Auf der Seite des Unternehmens können Kunden nachsehen, ob sie sich im Ausbaugebiet befinden. Wenn nicht, sei ein Anschluss trotzdem grundsätzlich möglich, hier sei die Kommune der erste Ansprechpartner. Handelt es sich um Häuser, die in schlecht versorgten Gebieten sind, dann sei eine Förderung möglich, auf die sich die Firma bewerben könne.

Einsiedlerhöfe

Anders ist die Situation bei Siedlungen oder Einsiedlerhöfen. Bei Häusern, die außerhalb der Ortslage liegen, ist der Privatausbau kostspielig und deshalb für Firmen eher unwirtschaftlich. Der Landkreis ist deshalb gerade damit beschäftigt, zu prüfen, wo und wie viele Häuser es außerhalb der Orte gibt, die beim Privatausbau durch das Raster fallen könnten.

Denn selbst, wenn Glasfaser gefördert werde, gelte das nur für die ersten 400 Meter, sagt Oliver Brunkow, Breitbandkoordinator des Landkreises. „Da reden wir schnell über Millionenbeträge.“ Die Fördersummen seien aber noch nicht abzusehen, ebenso wenig wie der Umfang, der an Eigenleistung für Kommunen übrig bleibe.

Laut Brunkow versucht der Landkreis Kassel, auch Kommunen zu helfen, falls sich Bürger in Randlagen bei ihnen melden. (Valerie Schaub)

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