Josef Bacher, Wolfgang Weide und Wolfgang Pfister sind Oldtimer-Fans

Drei Mann und eine Leidenschaft

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Sie ziehen die Blicke auf sich und werden gern fotografiert: (von links) Josef Bacher aus Martinhagen, Wolfgang Weide aus Ehlen und Wolfgang Pfister aus Wolfhagen mit ihren Oldtimer-Motorrädern in Wolfhagen. 

Die Definition der Feuerwehren „Retten-Löschen-Bergen-Schützen“ könnte man durchaus auf die drei Männer Josef Bacher (58) aus Martinhagen, Wolfgang Weide (62) aus Ehlen und Wolfgang Pfister (82) aus Wolfhagen übertragen. Nicht nur ihre Liebe zu Oldtimer-Motorrädern verbindet sie.

Wolfhagen – Pfister war Rettungssanitäter, Weide Oberkommissar und Bacher arbeitet bei der Berufsfeuerwehr in Kassel. „Wir alle wollen immer helfen“, sagte Wolfgang Pfister und lacht verschmitzt. Respektvoll nennen ihn die anderen beiden „ihren Alterspräsidenten“. Und so touren die drei durch die Lande und fallen immer auf.

Zum einen durch ihre wunderschönen alten Maschinen: eine NSU aus dem Jahr 1935, eine BMW R27 aus dem Jahr 1965 und ein Retro-Nachbau von 1925 einer Black-Douglas. Aber auch, weil sie in der entsprechenden Bekleidung fahren. Wolfgang Weide ist und bleibt im Herzen Polizist und trägt auch stolz die entsprechende Uniform. Wolfgang Pfister und Josef Bacher setzen auf den englischen Stil mit Knickerbocker aus feinen englischen Stöffchen. Kennengelernt haben sich Pfister und Bacher beim Johanni-Fest vor zehn Jahren in Wolfhagen, als Wolfgang Pfister seine Oldtimer-Motorräder ausgestellt hatte. Man kam ins Gespräch und schnell war klar: gleiches Interesse an alten Schätzchen und gleiche Heimat in Mainz.

Wolfgang Weide hat Wolfgang Pfister beim Herkules Bergpreis vor einigen Jahren getroffen. Weide wollte wissen, wohin er fahren müsse. Pfister entgegnete: „Einfach hinter mir her, dann ist es richtig.“ Das Resultat des Bergrennens: Pfister schied aus, Weide wurde Zweiter. Beherzt lachen die beiden, als sie ihre Geschichte erzählen. Man möchte ihnen stundenlang zuhören.

Und sie geraten nahezu ins Schwärmen, wenn sie von ihren alten Motorrädern erzählen. Denn alle drei haben nicht nur eine Maschine, sondern mehrere. Während Weide absolut auf BMW setzt und als Polizist solche auch im Dienst gefahren ist, schwört Bacher auf seine RT 175 aus dem Jahr 1954 und eine Adi von 1949. Wolfgang Pfister hat zudem eine BMW des Deutschen Roten Kreuzes aus dem Jahr 1965. Die hat er völlig vergammelt während seiner Zeit als Sanitäter bei der Bundeswehr im Lager entdeckt und restauriert. „Schrauber sind wir alle“, sagte Pfister, der von Mainz nach Wolfhagen kam, um seinen Wehrdienst zu leisten. Dort ist er Motorrad gefahren, Jeep, Lkw und Panzer. Danach fuhr er noch bei der Wolfhager Molkerei Lkw, ließ sich dann aber in Hameln bei der Bundeswehr zum Rettungssanitäter ausbilden. So wie er sich dem Roten Kreuz beruflich und ehrenamtlich verschrieben hat, so ist es bei Wolfgang Weide die Polizei. Für die Polizeigewerkschaft stattet er zur Wehleider Kirmes eine ganze Gruppe mit historischen Polizeiuniformen aus, um beim Festzug aufzufallen und ein bisschen Werbung für den Beruf zu machen.

Ihre Leidenschaft wird greifbar in ihren Erzählungen. Sie helfen sich gegenseitig, wenn eine der Maschinen mal murrt. Und sie haben öfter mal einen vierten Mann im Bunde, der mit ihnen durchs Land tourt und nehmen gerne auch weitere Mitfahrer in die Runde auf. Es geht ihnen um Geselligkeit, um ein bisschen was Gutes aus alten Zeiten in der Gegenwart zu präsentieren. Und alle drei sind froh, dass sie sich haben. Denn Wolfgang Pfister hatte vor zwei Jahren einen schweren unverschuldeten Unfall mit einer Victoria-Maschine, wie er sagt. Und dabei hatte er offenbar ganz viele Schutzengel an Bord.

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