29-Jähriger hat frisch sein Vikariat beendet

Oliver Jusek ist der neue Pfarrer in Elbenberg und Altendorf

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Vor seiner neuen Wirkungsstätte: Oliver Jusek wird am Sonntag in der Elbenberger Dorfkirche seinen ersten Gottesdienst als Gemeindepfarrer halten. 

Elbenberg. Seine erste Bekanntschaft mit Elbenberg und Altendorf war flüchtig. Nur nicht auffallen lautete die Devise, als Oliver Jusek im Juli mit Frau und Kind die Naumburger Stadtteile eilig in Augenschein nahm. 

Wenige Momente mussten ausreichen, für eine wesentliche Entscheidung: Möchte man hier leben und arbeiten?

Die Antwort war ein klares Ja. Oliver Jusek stand kurz vor dem Ende seines Vikariates. Man hatte den künftigen Pastoren der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck eine Liste mit Orten vorgelegt, wo die Pfarrstelle zu besetzen war. Nun war es am seelsorgerischen Nachwuchs, die eigenen drei Favoriten zu küren. Jusek platzierte nach seinem Besuch Elbenberg auf Platz eins und bekam den Zuschlag.

Am Montag ist der frisch Ordinierte nun mit Ehefrau Svenja und der 16 Monate alten Tochter Theresa ins Pfarrhaus neben der Kirche eingezogen. Nach mehr als einem halben Jahr Leerstand brennt wieder Licht im alten Gemäuer. Kisten stapeln sich, die Küche wird noch geliefert. Ein Sprung von 70 auf 200 Quadratmeter. „Wir sind gerade dabei, es hier so einzurichten, dass es im Haus nicht mehr so hallt“, sagt der 29-Jährige gut gelaunt.

„Es ist schön, wenn man sich kennt, wenn der Zusammenhalt groß ist.“

Etwas Zeit, um sich im Dorf umzusehen, haben sich die Juseks in den vergangenen Tagen gegönnt. Ein Besuch im Dorfladen, erste Kontakte zu den Elbenbergern. „Am Montag wurden wir direkt eingeladen zur Beerdigung der Kirmes“, sagt der neue Pfarrer. Da ließ man sich nicht zweimal bitten, ist direkt hin. „Da haben wir schon mal eine besondere Seite des Dorfes kennengelernt.“

Dem im westfälischen Minden geborenen Jusek und seiner in Berlin aufgewachsenen Frau gefällt das Dörfliche. „Es ist schön, wenn man sich kennt, wenn der Zusammenhalt groß ist“, sagt Jusek. Dazu die Natur, in der es sich herrlich wandern und radfahren lässt, in der er auch einem Hobby, dem Fotografieren frönen kann.

Gemeinde weiterentwickeln

Aber allein deswegen hat er sich nicht um die freie Stelle beworben. Oliver Jusek spricht von der „Konstellation, die ich unglaublich reizvoll finde“, womit er das Betreuen der Protestanten in zwei Dörfern - Elbenberg und Altendorf - und im Altenheim in Sand meint. In seinem neuen Kirchspiel will er „die Gemeinde mit der Gemeinde weiterentwickeln“ und „der Kreativität freien Lauf lassen“, etwa mit besonderen Gottesdiensten an besonderen Orten, in der Jugendarbeit und in der Begegnung mit den Senioren. Bei all dem hofft er, seine Begeisterung für die Musik einbringen zu können.

Er freut sich jetzt auf die Vielfalt der Aufgaben, die auf ihn warten, auf die Nähe zu den Menschen in der Gemeinde, auch auf die große Verantwortung, die er übernimmt. Und ganz besonders auf die beiden Vorstellungsgottesdienste am Sonntag. Dekan Dr. Gernot Gelach wird ihn um 9.30 Uhr in die Elbenberger Sankt-Martinskirche begleiten, um 11 Uhr dann in die Bonifatiuskirche in Altendorf. Erstmals wird Oliver Jusek an seinen neuen Wirkungsstätten predigen und die Gottesdienste gestalten.

Am Montag geht es dann weiter mit dem Einrichten im Pfarrhaus. Das Ankommen in einer neuen Heimat dauert eben doch länger als das flüchtige Durchreisen.

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