Zukunft der Ostmann-Autohäuser ist geregelt

Unternehmer Reinhard Ostmann gründet gemeinnützige Stiftung

Vor über 60 Jahren gründete Kurt Ostmann in Wolfhagen ein Autohaus: Das Unternehmen, das inzwischen an sieben weiteren Standorten in Nordhessen vertreten ist, wird von Sohn Reinhard Ostmann geführt. Er ist einer von zwei Geschäftsführern. Seine Anteile von mehr als 90 Prozent bringt er in die Ostmann Stiftung ein.
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Vor über 60 Jahren gründete Kurt Ostmann in Wolfhagen ein Autohaus: Das Unternehmen, das inzwischen an sieben weiteren Standorten in Nordhessen vertreten ist, wird von Sohn Reinhard Ostmann geführt. Er ist einer von zwei Geschäftsführern. Seine Anteile von mehr als 90 Prozent bringt er in die Ostmann Stiftung ein.

Mit Gründung einer gemeinnützigen Stiftung will der Wolfhager Unternehmer Reinhard Ostmann die Zukunft des Autohauses Ostmann sichern. Gleichzeitig verstärkt er mit der Ostmann Stiftung sein soziales Engagement.

Wolfhagen - Die Stiftung soll bedürftige Menschen ebenso unterstützen wie in Not geratene Mitarbeiter und ehemalige Beschäftigte der Ostmann-Gruppe, die aktuell neben Wolfhagen auch an den Standorten  Niestetal, Bad Arolsen, Hofgeismar, Fritzlar, Hessisch-Lichtenau, Melsungen und Schwalmstadt vertreten ist. Am Donnerstag wird Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber im feierlichen Rahmen die Urkunde zur Stiftungsgründung übergeben.

Da Ostmann, der sich in wenigen Jahren aus dem Geschäftsleben zurückziehen möchte, keinen Nachfolger hat, sah er für sich nur zwei Optionen: „Entweder ich verkaufe, oder ich bringe meine Anteile an der Ostmann KG in eine Stiftung ein“, so der 63-Jährige. Er entschied sich für letztere Variante. Vor allem deshalb, weil ihm viel daran liegt, das erwirtschaftete Kapital in der Region zu belassen und benachteiligten Menschen zu helfen.

Unternehmer Reinhard Ostmann hat eine gemeinnützige Stiftung gegründet.

Die Stiftung wird voraussichtlich in zwei Jahren eine Beteiligung von mehr als 90 Prozent am Unternehmen haben und damit alle Anteile Reinhard Ostmanns übernehmen. Die Ostmann KG wird mutmaßlich in eine GmbH und Co KG überführt werden. Das hat den Vorteil, dass die Haftungsrisiken für die Stiftung begrenzt sind und damit ihre Existenz nicht infrage gestellt werden kann.

Das Stiftungsvermögen besteht zunächst aus einem Bankguthaben über 100 000 Euro aus dem Privatvermögen des Stifters. Allerdings beabsichtigt der Geschäftsmann, zu einem späteren Zeitpunkt weitere Teile seines Vermögens der Stiftung zu überlassen.

Hilfsbedürftige Menschen profitieren von Ostmann-Stiftung

Für die etwa 350 Mitarbeiter der Ostmann-Gruppe ändert sich mit Gründung der Stiftung nichts. Neu allerdings ist, dass künftig erwirtschaftete Gewinne nicht als Privatvermögen abgeführt werden, sondern in die Stiftung fließen, von der insbesondere alte und behinderte Menschen profitieren. „Je besser es der Gesellschaft geht, desto besser wird es der Stiftung gehen“, so Ostmann.

Schwarze Zahlen gehören zur Ostmann-Gruppe wie die Marken Audi, VW, Seat, Skoda und Cupra, mit denen sie seit Jahrzehnten handelt. Dem Unternehmen geht es gut. Davon sollen künftig Menschen profitieren, die es in unserer Gesellschaft schwerer haben. Alte Menschen. Menschen mit Behinderungen. Und hilfsbedürftige Menschen. Reinhard Ostmann möchte zum Beispiel ambulante und stationäre Pflegeangebote im Regierungsbezirk Kassel und konkret im Umfeld der Autohäuser der Ostmann-Gruppe fördern, also dort, wo er bisher wirtschaftlich tätig war.

Ostmann-Stiftung startet mit 100.000 Euro Kapital

Er habe sich mit der Frage befasst, wer einen Nutzen aus der Stiftung ziehen sollte, sagt Ostmann. Bei alten und behinderten Menschen blieben seine Gedanken hängen. Zum einen, weil er davon ausgeht, dass die Altersarmut in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Zum anderen, weil beide Gruppen einer Klientel angehörten, die im Gegensatz zu jungen Menschen kaum Möglichkeiten hätten, aus eigener Kraft etwas an ihrer Situation zu verändern.

Die Stiftung, die zunächst mit einem Kapital von 100 000 Euro startet, kann auch mit Spenden bedacht werden. Die Ostmann Stiftung erzielt Erträge durch die Nutzung der vorhandenen Substanz. Vorstand und Beirat sind die beiden Organe der Stiftung. Die Mitglieder beider Gremien üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus. Die Erstbesetzung beider Organe wurde vom Stifter Reinhard Ostmann benannt. Sie bleiben fünf Jahre im Amt und werden nach Ablauf der Zeit gewählt.

Ostmann: Vorstand verwaltet Stiftungsvermögen

Dem Vorstand gehören Hanna Schubert als Mitglied der Familie Ostmann, Rechtsanwalt Dr. Burkhard Wilk sowie Pfarrer und Vorstandsvorsitzender der Baunataler Diakonie Kassel Joachim Bertelmann an. Der Vorstand verwaltet unter anderem das Stiftungsvermögen, er erstellt einen Wirtschaftsplan und berichtet über die Erfüllung des Stiftungszwecks.

Zum Beirat, der aus maximal fünf Personen bestehen kann, zählen zunächst Alexander Thomas (Mitarbeiter der Ostmann-Gruppe), Karl-Heinz Arend (Leitender Angestellter bei der Ostmann-Gruppe) und Steuerberater Ralf Ostmann. Der Beirat unterstützt und überwacht den Vorstand in seiner Arbeit. Zu seinen ersten Aufgaben gehört, Geschäftsordnungen für die Arbeit von Beirat und Vorstand zu erarbeiten.

Wer am Ende von der Ostmann Stiftung bedacht werden wird und welche Projekte finanziell unterstützt werden, entscheiden Vorstand und Stiftungsbeirat.

Von Antje Thon

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