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Stadtbrandinspektor Brunst kritisiert Desinteresse der Wolfhager Mandatsträger

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Von: Norbert Müller

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Strahlende Gesichter: Hans-Hermann Finke (vorn links) erhält von Stadtbrandinspektor Frank Brunst während der Jahreshauptversammlung die Urkunde zur goldenen Katastrophenschutzmedaille. Im Hintergrund weitere Geehrte und Beförderte.
Strahlende Gesichter: Hans-Hermann Finke (vorn links) erhält von Stadtbrandinspektor Frank Brunst während der Jahreshauptversammlung die Urkunde zur goldenen Katastrophenschutzmedaille. Im Hintergrund weitere Geehrte und Beförderte. © Michael Langer

Die Wolfhager Feuerwehren versammelten sich im Ippinghäuser Haus des Gastes zu ihrer gemeinsamen Sitzung, um die vergangenen beiden Geschäftsjahre abzuarbeiten.

Wolfhagen - Ein durchaus wichtiger Termin also aus Sicht der Wolfhager Wehren, die sich nicht nur mit dem Blick zurück zu beschäftigen hatten, sondern mit dem anstehenden Abschluss der Bauarbeiten am neuen Stützpunkt in der Kernstadt und der Einweihung voraussichtlich am 10. September auch wesentliche Ereignisse auf der Agenda des laufenden Jahres stehen haben.

Während neben Bürgermeister Reinhard Schaake auch Kreisbrandmeister Volker Heerdt und der Vorsitzende des Verbandes der Feuerwehren des Wolfhager Landes, Max Strube, der Einladung der Wehren gefolgt waren, registrierten die Brandschützer, dass ansonsten seitens der politischen Gremien der Stadt keine Vertreter anwesend waren – weder vom Magistrat noch vom Stadtparlament.

Bei den Feuerwehrleuten kam dieses „Desinteresse“, wie sie das Fernbleiben werteten, überhaupt nicht gut an. Die „geringe Wertschätzung der Mandatsträger gegenüber der Arbeit der Feuerwehr“ kritisierte Stadtbrandinspektor Frank Brunst dann auch mit deutlichen Worten.

Sonderdienste komplett ausgefallen

Brunsts Bericht über die beiden zurückliegenden Jahre war geprägt von der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen und Schutzmaßnahmen. Insbesondere auch die Geselligkeit und das Gemeinschaftsleben, die der Stadtbrandinspektor als wichtige Eckpfeiler für den ehrenamtlichen Feuerwehrdienst bezeichnete, haben nicht stattgefunden. Der Feuerwehrdienst habe sich einzig auf den Ausbildungs- und Einsatzdienst beschränkt. Sonderdienste seien komplett ausgefallen. Und auch Lehrgänge hätten nur wenige stattfinden können.

Die Anzahl der Dienststunden, die vor der Corona-Pandemie durchschnittlich bei mehr als 40 000 Stunden pro Jahr gelegen hätten, sei entsprechend zurückgegangen: auf 23 180 Stunden im Jahr 2020 und 25 633 Stunden im vergangenen Jahr.

Zahl der Aktiven leicht gesunken

Beim Blick in die Statistik nannte Frank Brunst weitere wichtige Werte: Die Zahl der aktiven Mitglieder sank leicht von 277 auf 270 im Jahr 2021. Im Jahr 2020 rückten die Wolfhager Feuerwehrleute zu 216 Einsätzen aus, im Jahr 2021 waren es insgesamt 242.

Die technische Ausstattung bezeichnete Feuerwehrchef Brunst als sehr gut. In den vergangenen beiden Jahren seien ein geländegängiger Kleintransporter, ein sogenannter Pick-up, ein gebrauchtes Löschfahrzeug 8/6 sowie je ein Abrollbehälter Gefahrgut und Tank für den Standort Mitte und ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser (TSF-W) für den Standort Istha beschafft worden. Ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20) und ein Staffellöschfahrzeug (StLF 20) für den Standort Mitte sind laut Brunst bestellt. Die Auslieferung des StLF werde bereits in den nächsten Wochen erfolgen.

Handlungsbedarf bei Feuerwehrhäusern

Großer Handlungsbedarf bestehe bei den Feuerwehrhäusern in den Stadtteilen. Hier werde die Liste der Mängel, die seitens der Stadt Wolfhagen nicht abgestellt würden, immer länger. Bei der Revision durch den Technischen Prüfdienst im vergangenen Jahr seien diese abermals aufgezeigt worden. Zusammen mit der Fortschreibung des Bedarfs- und Entwicklungsplanes soll den städtischen Gremien ein Baumaßnahmenprogramm für die Modernisierung beziehungsweise Erweiterung der Feuerwehrhäuser vorgelegt werden.

Für dieses Jahr geplant sei der Einbau von Abgasabsauganlagen und Notstromeinspeisungen in einigen der Feuerwehrhäuser in den Stadtteilen.

Für das laufende Jahr gebe es aktuell keine Coronabeschränkungen mehr. So seien wieder standortübergreifende Ausbildungen möglich, erklärte Stadtbrandinspektor Brunst. Für die Atemschutzgeräteträger werden im Laufe des Jahres mehrere Heißausbildungen angeboten. Auch die Veranstaltungen der Feuerwehrvereine können wieder stattfinden.

Jugendwehren haben 156 Mitglieder

Die stellvertretende Stadtjugendfeuerwehrwartin Simona Waschk berichtete über die Arbeit der Stadtjugendfeuerwehr. Die Jugendarbeit beschränkte sich pandemiebedingt mit mehreren Unterbrechungen auf den Übungsdienst, sagte sie.

Die Zahl der Mitglieder im Bereich der städtischen Jugendwehren, berichtete Simona Waschk weiter, sei im Berichtszeitraum leicht von 165 auf 156 Mitglieder gesunken. Norbert Müller

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