Gute Ausbildung für Schüler

Pensionierter Lehrer aus dem Wolfhager Land engagiert sich in Tansania

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Ein eingespieltes Team: Der Philippinenburger Ulf Jung-Kleyer (Dritter von links) mit dem Gartenteam des Internats in Leguruki.

Philippinenburg –  Ulf Jung-Kleyer, pensionierter Lehrer aus Philippinenburg, war in einem Internat in Leguruki, Tansania, an dem 320 Schüler unterrichtet werden.

Die Straße zur Schule in Leguruki hatte schnell ihren Spitznamen weg: Ulf Jung-Kleyer nennt sie nur noch „Road to Ischias“, was darauf hinweist, dass jede Fahrt über die holprige Piste auch im Geländewagen angesichts ihrer Verwerfungen eine Herausforderung für Rücken, Bandscheiben und eben den Ischiasnerv des Reisenden ist.

Von Mitte Oktober bis Anfang Dezember vergangenen Jahres ist der 68-Jährige aus dem Wolfhager Stadtteil Philippinenburg die gut 16 Kilometer lange Strecke in Tansania, ganz in der Nähe des höchsten afrikanischen Berges, des Kilimandscharos, täglich bei Besorgungstouren gefahren.

Garten für eine ausgewogene Ernährung der Kinder

Jung-Kleyer, der pensionierte Lehrer aus dem Wolfhager Land, war zum dritten Mal sechs Wochen am Stück in dem Internat, an dem 320 Schüler im Alter zwischen zwölf und 16 Jahren von rund 30 Lehrern unterrichtet werden und eine handwerkliche Berufsausbildung im Metallbereich, als Putzer, Maurer, Kfz-Mechatroniker, Elektriker und Schneider machen.

Man weiß sich zuhelfen: Bei Stromausfall arbeitet Schreiner Kitomari in der Werkstatt mit dem Handhobel. Täglich fällt der Strom gut vier Stunden aus.

Der Garten, dessen Früchte so wichtig sind für eine ausgewogenere Ernährung der Kinder, ist eines der Projekte, für das Jung-Kleyer die Verantwortung übernommen hat. Dazu hilft der frühere Lehrer für Polytechnik und Arbeitslehre, der neben seinem Studium auch eine verkürzte Schreinerausbildung absolviert hat, beim Aufbau des abgebrannten Mädchenwohnheims. Das  Haus wird am 18. Januar eingeweiht.

Erste Ernte der Früchte

Der Garten wurde während seines Aufenthalts im vergangenen Jahr erweitert, die vor drei Jahren gepflanzten Papaya-Bäume trugen erstmals Früchte. Auch Zucchini, Paprika, Zwiebeln, Möhren und afrikanischer Spinat wurden zum ersten Mal geerntet.

„Einst waren das blühende Landschaften hier“, sagt der 68-Jährige. Vor allem Orangen und Kaffee gab es noch im vergangenen Jahrhundert. „Dann ist alles runtergekommen und verwaist“ – trotz des fruchtbaren Bodens.

Helfer wie Ulf Jung-Kleyer und Sponsoren aus dem Ausland unterstützen die Schule, leisten ihren Beitrag, damit die Schüler eine qualifizierte Ausbildung erhalten. „Die Leute wollen nicht zu uns kommen“, sagt Jung-Kleyer, „sie wollen dort gute Handwerker werden, um ihr Land weiterzubringen“.

Der Pensionär möchte etwas zurückgeben

Zu seiner Motivation, sich in Leguruki zu engagieren, sagt der Pensionär: „Ich habe in meinem Leben sehr viel bekommen.“ Er habe Design und Lehramt studieren können und habe das Privileg gehabt, die eigenen Wünsche umsetzen zu können. „Da möchte ich was zurückgeben.“ 

Seine Besuche bestärkten ihn dabei: „Es hat mich sehr berührt zu sehen, mit welcher Geduld und Energie die Leute dort ihren Alltag bewältigen.“ Er möchte die Menschen mit ihrer Hoffnung, weiter zu kommen, begleiten und fördern. Für die Weiterentwicklung des Landes sei eine Berufsausbildung der jungen Leute, die er als sehr engagiert und lernwillig erlebe, der Schlüssel.

Am 31. Januar hält Ulf Jung-Kleyer ab 19 Uhr in der Buchhandlung Mander in Wolfhagen einen Vortrag mit vielen Bildern über das Schulprojekt. Im Oktober ist er wieder auf dem Weg nach Leguruki.

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