Seit fünf Jahren im Angebot

Mit Pfeil und Bogen: Beliebte Schüler-AG steht auf der Kippe

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Treffen sich wöchentlich in der Sporthalle: Nicolas Schanze (17), Felix Reitze (17), Sjors Rensen (17) und Yvonne Tropp (16).

Wolfhagen. Seit fünf Jahren bietet Bert Sauerwein Bogenschießen in Wolfhagen für Schüler an. Die Arbeitsgemeinschaften sind beliebt, stehen aber auf der Kippe: Sauerwein hört zum Schuljahresende als Trainer auf.

Wolfhagen. Die Bögen sind gespannt, die Köcher befüllt, die Zielscheiben aufgebaut. Alle Vorbereitungen für die 90-minütige Trainingseinheit sind getroffen, es fehlen nur noch die Teilnehmer. Pünktlich um 14.30 Uhr drängt eine knapp zehnköpfige Gruppe aus Schülern der Wolfhager Förderschule in die neue Sporthalle, um an der von Bert Sauerwein (73) geleiteten Arbeitsgemeinschaft (AG) Bogenschießen teilzunehmen.

„Das Bogenschießen macht sehr viel Spaß. Es ist etwas ganz anderes, als die sonst angebotenen AGs“, sagt der 17-jährige Zehntklässler Felix Reitze, einer der zahlreichen Teilnehmer der AG Bogenschießen, die sich jeden Mittwochnachmittag trifft und aus Schülern der Klassen 5 bis 10 besteht.

Doch damit könnte bald Schluss sein, denn der langjährige Trainer und AG-Leiter Sauerwein beendet Ende des Schuljahres seine Trainerschaft.

Seit über fünf Jahren wird im Rahmen der von der Wolfhager Förderschule anvisierten Ganztagsbetreuung die AG Bogenschießen angeboten, Bert Sauerwein bildet als externe Fachkraft hier eine Konstante. 1978 gründete er die Bogensparte des TSV Niederelsungen und stand ihr bis zum vergangenen Jahr als Trainer und Spartenleiter zur Verfügung.

Förderschulleiter Antonis Micheles ist froh, mit Sauerwein einen engagierten wie passionierten Trainer gefunden zu haben. „Unsere Arbeitsgemeinschaften bilden eine sinnvolle Nachmittagsbetreuung der Schüler. Ich möchte, dass meine Schüler praktische Dinge erlernen, die Stärkung des Selbstbewusstseins beispielsweise mit der Theater-AG und der Sport haben aber einen ebenso großen Stellenwert.“

Umfangreiches Angebot

Der Zukunft sieht Micheles aber besorgt entgegen, denn viele Angebote sind auf externe Mitarbeiter angewiesen, ihr Aussteigen kann das Ende einer AG bedeuten. Das reichhaltige Angebot umfasst neben dem Bogenschießen unter anderem noch Fußball, musikalische Früherziehung, Schwimmen, Nähen und Trommeln. Für die Schüler ist eine frei wählbare AG ab der fünften Klasse Pflicht. Gewechselt werden kann nach jedem Halbjahr.

Bert Sauerwein

Doch bei allem Lob gestaltete sich das Training bereits in der Vergangenheit zunehmend schwieriger, denn sein langjähriger Assistenztrainer Heinz-Georg Jacob beendete zu Beginn des Halbjahres seine Trainerschaft. Als Ersatz wurde mit der 27-jährigen Sozialpädagogin Annette Mehlhorn eine engagierte Trainerin gefunden. „Die Stelle war keine Pflicht, ich wurde gefragt, ob ich nicht Lust hätte, diese zu übernehmen. Es macht mir sehr viel Spaß, obwohl der Bogensport für mich eigentlich Neuland ist.“

Bei der von Sauerwein ebenfalls betreuten gleichartigen AG der Gesamtschule konnte noch kein Ersatz gefunden werden. Da ein Assistenztrainer auch aus Sicherheitsgründen unabdingbar ist, fällt diese schon seit Beginn des Halbjahres aus.

„Aller Probleme zum Trotz kommt die AG bei den Schülern sehr gut an und soll so lange wie möglich aufrechterhalten werden“ sagt Schulleiter Micheles. Ob und wie es mit der AG Bogenschießen weiter gehen wird, stehe zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht fest. Man arbeite daran, eingesetzte Lehrkräfte weitestgehend durch die Externen anlernen zu lassen, sodass ein möglicher Wegfall der Trainer so gut es geht aufgefangen werden könne.

Von Magnus Knoll

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