Sorge oft unbegründet

Pferde leiden nicht bei Kälte - Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein

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Pferde sind nicht so kälteempfindlich wie Menschen: Sie können auch im Winter draußen stehen, wie hier am Ofenberg in Wolfhagen. Besitzer müssen aber Vorgaben einhalten.

Wolfhager Land. Bei uns melden sich immer mal Leser, die sich Sorgen um Tiere machen, die bei eisigen Temperaturen draußen stehen. Wir haben uns bei Experten zu diesem Thema umgehört.

Dürfen Tiere im Winter draußen stehen?

Ja. „Unter strikter Einhaltung bestimmter Voraussetzungen und Anforderungen ist die ganzjährige Freilandhaltung von Rindern, Schafen, Ziegen oder Pferden art- und tierschutzgerechter als die Stallhaltung“, teilt der Landkreis Kassel in Person von Dr. Sabine Kneißl mit. Sie ist die Fachbereichsleiterin für Veterinärwesen und Verbraucherschutz. 

„Das Pferd ist ein Bewegungstier. Daher sollte es an und für sich immer raus“, sagt Tierarzt Dr. Roland Schulz aus Zierenberg. Insbesondere Pferde haben einen hohen Licht- und Frischluftbedarf. Dr. Kneißl: „Auf einer Weide oder in einem Offenstall mit Auslauf können die Tiere ihre Grundbedürfnisse nach Bewegung, Licht, Luft und Sozialkontakt besser befriedigen als im Stall und bleiben gesünder.“ Kranke Tiere gehören nichtsdestotrotz in den Stall.

Wieso sind Pferde bei Kälte unempfindlich?

Unabhängig von der Rasse verfügen Pferde über hervorragende Mechanismen, um sich der Umgebungstemperatur anzupassen. „Pferde haben ein schützendes Fell und können Wärme und Kälte in der Regel selbst regulieren“, sagt Schulz. 

Die Wohlfühltemperatur eines Pferdes liegt zudem wesentlich niedriger als die des Menschen. Bei entsprechender Gewöhnung vertragen Pferde, ebenso wie Schafe und Rinder ohne Probleme Hitze und Kälte sowie große Temperaturschwankungen. Problematisch ist dagegen eine windige, nasskalte oder feuchtwarme Witterung.

Worauf müssen Pferdebesitzer achten?

Die Tiere suchen bei ungünstigen Wetterbedingungen wie anhaltendem Niederschlag, starkem Wind oder auch intensiver Sonneneinstrahlung bei hohen Temperaturen einen Witterungsschutz auf. Dieser sollte eine trockene Liegefläche in ausreichender Größe für alle Tiere bieten. Außerdem muss Futter und Wasser in ausreichender Menge vorhanden sein. Von dem Unterstand aus sollten die Tiere die Umgebung gut überblicken können, da Fluchttiere wie Pferde ihn sonst nicht nutzen.

„Es bietet sich an, Pferde tagsüber rauszubringen und abends wieder hereinzuholen. Der Untergrund sollte auch nicht zu matschig sein“, so Schulz. Es gibt laut Schulz unterschiedliche Ansichten, was das Zudecken der Tiere betrifft: „Wenn sie eine Decke tragen, können sie nicht mehr selbst die Wärme regulieren.“ Manch ein Pferd werde auch geschoren, dann sei es unvernünftig, das Tier ohne Schutz rauszustellen.

Was kann ich tun, wenn ich Tiere sehe, denen es nicht gut geht?

Natürlich kann man zuallererst versuchen, mit dem Besitzer in Kontakt zu treten. Kreissprecher Harald Kühlborn empfiehlt, sich an den Fachbereich Veterinäramt und Verbraucherschutz zu wenden (Telefon 0 56 92/987 33 02). „Die Kollegen kümmern sich dann schnell darum, vor Ort nachzusehen. Es kann dann zum Beispiel Auflagen geben, die Missstände innerhalb von drei Tagen in Ordnung zu bringen“, so Kühlborn.

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