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Schöne Erinnerungen: Rückschau
auf zehn Jahre Wolfhager Kulturladen

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Von: Sascha Hoffmann

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Karikatur als Geburtstagsgeschenk von Jörg Knör: Bei Manuela Mathaei hat es einen Ehrenplatz bekommen.
Karikatur als Geburtstagsgeschenk von Jörg Knör: Bei Manuela Mathaei hat es einen Ehrenplatz bekommen. © Sascha Hoffmann

Den Namen „kulturelles Wohnzimmer der Stadt“ hat ihm Christina Lux vor zehn Jahren verpasst, als sie den Wolfhager Kulturladen inoffiziell eröffnet hat

Wolfhagen - Das war zwei Wochen vor der offiziellen Einweihung am 25. Februar 2012. „Das war ein wunderschöner Abend“, sagt Manuela Matthaei, die von Minute eins an dabei ist und selbst mit Hand angelegt hat, als der einstige Okaymarkt in der Triangelstraße zur Kulturbühne umfunktioniert wurde.

„Initiiert hat das unserer Kulturmanager Wolfgang Frey, der bis heute für das Buchen der Künstler zuständig ist“, sagt sie, während sie vor der farbenfroh ausgeleuchteten Kulturladenbühne sitzt, durch drei prall gefüllte Gästebücher blättert und nach mehr als 200 Veranstaltungen in Erinnerungen schwelgt. Für Autogrammsammler wäre die Sammlung ein wahrer Schatz, haben sich hier schließlich alle verewigt - von Klaus Lage über Pe Werner bis hin zu Edo Zanki.

Unzählige Künstler hat sie über die Jahre hautnah erlebt und ihnen dabei auch manch Wunsch von den Augen abgelesen. „Ist der Künstler zufrieden, wirkt sich das meist unmittelbar auf den Auftritt aus, und eine gelungene Show macht am Ende auch ein zufriedenes Publikum.“ Häufig würden spezielle Anforderungen schon von den Agenturen übermittelt, manchmal aber recherchiere sie auch im Internet, um herauszufinden, was ein Künstler besonders mag.

Wolfhagen rocks! Singer / Songwriterin Miss Allie bedankt sich in ihrem Gästebucheintrag, wie viele ihrer Kollegen, für die liebevolle Betreuung.
Wolfhagen rocks! Singer / Songwriterin Miss Allie bedankt sich in ihrem Gästebucheintrag, wie viele ihrer Kollegen, für die liebevolle Betreuung. © Sascha Hoffmann

Pinke Muffins hier, belgische Pralinen dort - kleine Gesten seien wichtig, sagt Matthaei, die auch mal spontan das gemütliche Ledersofa im Veranstaltungsraum auseinanderbaut, wenn eine Sissi Perlinger es gern in ihrer Garderobe hätte. Dort steht es bis heute und erinnert an den sympathischen Bühnenstar, so wie das Bild an der Wand über Matthaeis Schreibtisch an einen anderen unvergesslichen Kulturladenabend denken lässt. Sie selbst ist darauf zu sehen, liebevoll in Szene gesetzt als Karikatur von niemand geringerem als Comedy-Urgestein Jörg Knörr.

„Er hat es gemalt, als ich Geburtstag hatte, das war wirklich nett.“ Unzählige Geschichten könne sie aus all den Jahren erzählen, die von Lisa Fitz dürfe auf keinen Fall fehlen. „Ich hatte immer einen Stoffhund unter meinem Schreibtisch liegen, der aber keinen Namen hatte, was Fitz überhaupt nicht verstehen konnte“, berichtet die Wolfhagerin. Hunde bräuchten immer einen Namen, habe sie gesagt und den Kleinen kurzerhand Brösel getauft.

Das kulturelle Wohnzimmer

Brösel ist seither immer dabei, wenn die Stars in Matthaeis zur Garderobe umfunktioniertem Büro auf ihre Auftritte warten, Kabarettist Bernd Gieseking war am häufigsten da. „Neunmal hat er schon seinen satirischen Jahresrückblick bei uns präsentiert, ohne Corona hätte er die Zehn wohl vollgemacht.“ Die Pandemie zählt für Matthaei zu den weniger schönen Erinnerungen. „Die vergangenen zwei Jahre waren das Schlimmste, was man sich als Anbieter kultureller Veranstaltungen vorstellen kann“, sagt sie mit leiser Stimme und denkt an die vielen Events, die immer wieder verschoben, häufig sogar ganz abgesagt werden mussten.

Für Bauchredner Tim Becker ist Wolfhagen das „Woodstock Deutschlands“.
Für Bauchredner Tim Becker ist Wolfhagen das „Woodstock Deutschlands“. © Sascha Hoffmann

Eigentlich wäre sie schon mittendrin in einer Veranstaltungsreihe zum Zehnjährigen, doch Corona wollte es anders. Bald aber soll es weitergehen. Dann nämlich kommen die nächsten Künstler in den Wolfhager Kulturladen, der nach zehn Jahren längst nicht mehr nur von Christina Lux liebevoll als „kulturelles Wohnzimmer der Stadt“ bezeichnet wird.

Während mit The Outsitetrack, Rene Sydow und HG Butzko schon die ersten Veranstaltungen der Jubiläumsreihe abgesagt oder verlegt worden sind, fällt nun auch die ausverkaufte Show des Wolfhager Duos Doug & Harry Corona zum Opfer. „Wir möchten unser Konzert am Samstag, 26. Februar, ersatzlos streichen, da wir unsere Fans nicht unnötig der Gefahr einer Ansteckung aussetzen wollen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Duos.

Wohlbehagen und Wolfhagen ist für Jörn Knörr gleichzusetzen. Er hat sich im Kulturladen unter anderem am 9. November 2017 wohlgefühlt.
Wohlbehagen und Wolfhagen ist für Jörn Knörr gleichzusetzen. Er hat sich im Kulturladen unter anderem am 9. November 2017 wohlgefühlt. © Sascha Hoffmann

Es bezieht klar Stellung: „Da wir nicht auf die Einnahmen von Konzerten angewiesen sind, ist es aus unserer Sicht unverantwortlich, nur des Spaßes wegen andere und auch uns selbst oder unsere Angehörigen in Gefahr zu bringen.“ Auch das Konzert von Singer/Songwriterin Fee, am Samstag, 5. März, soll laut einem Beitrag auf der Facebook-Seite der Künstlerin verlegt werden.

Einige der geplanten Veranstaltungen finden aber doch statt. Zwar nicht im Kulturladen, sondern wegen der großen Nachfrage in der Stadthalle, ist die A Capella-Popband Medlz am Sonntag, 13. Februar, endlich wieder in Wolfhagen zu Gast. Die Veranstaltung ist allerdings restlos ausverkauft.

Veranstaltungen bis März

Die nächsten Veranstaltungen im Kulturladen: Comedy-Star David Werker (Freitag, 4. März, 20 Uhr), Kabarett-Urgestein Django Asül (Sonntag, 6. März, 19 Uhr), Pop-Duo Mrs. Greenbird (Samstag, 12. März, 20 Uhr) und Bauchredner Tim Becker (Freitag, 18. März, 20 Uhr). Für alle sind noch Karten zwischen 17,50 und 28,50 Euro im Vorverkauf erhältlich in den Kulturbüros in Rathaus und Kulturladen, in der Buchhandlung Mander und im Internet unter kulturladen-wolfhagen.de (Sascha Hoffmann)

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