Ulla Meinecke begeisterte im Kulturladen in Wolfhagen mit Liedern voller Leidenschaft 

Poetische Reise durch das Leben

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Wenn zwei zusammenpassen: Ulla Meinecke und Ingo York passen zumindest musikalisch sehr gut zusammen.

Wolfhagen. Mit gängigen Melodien, treibenden Grooves, poetischen Texten und rauchiger Stimme überzeugte Ulla Meinecke und ihre Band im aktuellen Programm „Wir waren mit dir bei Rigoletto, Boss“ vor vollem Haus im Kulturladen in Wolfhagen.

Mit der Bemerkung, sie sei schon so oft in Wolfhagen gewesen, dass ihr die Rentner auf den Stühlen im Einkaufsmarkt Tegut inzwischen vertraut seien, begrüßte Ulla Meinecke das Wolfhager Publikum und hatte die Lacher damit gleich auf ihrer Seite.

Während Meinecke mit rauchig-markanter Stimme, sicherer Intonation und schönem Timbre singt, sorgen Ingo York und Reinmar Henschke am Keyboard, Gitarre, Bass und Percussions für alles Instrumentale. Mit darüber hinaus perfektem Timing, ausgefeilter Spieltechnik und nicht zuletzt Dynamik beweisen sie solistisch und als Band erstklassige Professionalität. Das Lied „Wenn zwei zusammenpassen“ müsste eigentlich auf „drei“ erweitert werden, denn die Sängerin und die zwei Musiker bilden ein perfekt eingespieltes Trio.

Ulla Meinecke ist eine Poetin des Alltags. Sie macht sich lustig über die vielen Anti-Aging und Beauty-Produkte und eine boomende Wellness-Industrie. Ihre Lieder handeln von Liebe und Enttäuschung, vom Schlaf, vom Glück haben und vom Bierdosenkicken im Regen. Und augenzwinkernd erzählt sie, dass sie zu alt sei für Selfies am Morgen. Aber sonst hat die 63-Jährige nichts von Frische und Energie eingebüßt. Mal softig, mal jazzig, mal melancholisch und auch rockig präsentiert sie deutsche und internationale Lieder.

Geheimes Trostpflaster

Von einer Schifffahrt zu den Britischen Inseln hat die Wahl-Berlinerin das irische Lied „Star of the county down“ mitgebracht. Mit im Gepäck dabei sind auch Coversongs wie Marc Cohns „Walking in Memphis“, die deutsche Version von Paul Simons „50 ways to leave your lover“ oder Tom Waits „Grapefruit Moon“, ihr geheimes Trostpflaster, wie sie sagt. Multitalent Ulla Meinecke braucht keinen Moderator. Mit humorvollen Anekdoten und Geschichten, die sie meistens unterwegs selbst erlebt hat, gibt sie dem Abend eine persönliche Note. So sorgt sie für gute Stimmung beim Publikum, das zunehmend auftaut.

Am Ende des zweistündigen Programmes, als sie bei den Zugaben ihren größten Erfolg „Die Tänzerin“ nochmal präsentiert, sind alle hin und her gerissen von „la grand dame“ der deutschsprachigen Popmusik. Das Publikum ist begeistert und gibt stürmischen Beifall.

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