Sporthalle der Lübcke-Schule wurde im November zerstört

Polizei fasst drei Jugendliche wegen Zerstörung der Wolfhager Sporthalle

Randalierer hatten im Winter unter anderem die Wolfhager Schulsporthalle geflutet. Schulleiter Ludger Brinkmann zeigte sich angesichts des hohen Schadens entsetzt. Archiv
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Randalierer hatten im Winter unter anderem die Wolfhager Schulsporthalle geflutet. Schulleiter Ludger Brinkmann zeigte sich angesichts des hohen Schadens entsetzt.

Drei Jugendliche wurden festgenommen, die im vergangenen Winter die alte Schulsporthalle der Wolfhager Walter-Lübcke-Schule zerstört haben sollen.

Wolfhagen – Die extreme Zerstörungswut hatte im vergangenen Winter für Entsetzen gesorgt: In der alten Schulsporthalle der Wolfhager Walter-Lübcke-Schule hinterließen zunächst unbekannte Täter eine Spur der Verwüstung.

Wie die Polizei in Kassel jetzt mitteilt, gibt es inzwischen drei Tatverdächtige für den Vorfall in der Nacht zum 23. November: „Die Polizei hat aufgrund von Zeugenaussagen drei Jugendliche ermitteln können“, erklärt Polizeisprecherin Ulrike Schaake. Es handele sich um einen 18-Jährigen aus dem Landkreis Kassel, der zur Tatzeit noch 17 Jahre alt war. Einen 16-Jährigen, ebenfalls aus dem Landkreis Kassel, und einen 16-Jährigen aus dem Kreis Waldeck-Frankenberg. Zu einem Tatmotiv wollte sich die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern. Auch nicht dazu, ob die tatverdächtigen Schüler der Walter-Lübcke-Schule sind oder waren. Der Fall sei inzwischen der Staatsanwaltschaft übergeben worden, so Schaake.

Fest steht laut Polizei inzwischen der Schaden, den die Jugendlichen dabei angerichtet haben. Zunächst war die Polizei von mindestens 10 000 Euro ausgegangen. „Es waren aber tatsächlich rund 60 000 Euro“, erklärt die Polizeisprecherin gegenüber der HNA.

Die Täter waren im November über einen Nebeneingang eingebrochen und demolierten mit grober Gewalt verschlossene Türen. Dabei wurde in der Sporthalle, die auch von Wolfhager Vereinen genutzt wird, unter anderem der Hallenboden zerstört. Die Jugendlichen stellten die Spülung der Toiletten auf Dauerbetrieb und verstopften gleichzeitig mit Papiertüchern den Abfluss. Dadurch wurde die Halle geflutet. Außerdem rissen die Unbekannten Feuerlöscher von der Wand und verteilten den Inhalt in der Halle, sie verstreuten Sand und brachen alle Schränke auf. Nachdem sie die Tür eines angrenzenden Lehrerzimmers aufgebrochen hatten, zerschlugen sie auch dort alles, was sie finden konnten.

Katrin Bergmann: Stellvertretende Schulleiterin

Auf Böden und Wänden hinterließen die Täter eine mysteriöse Zahlenkombination mit den Ziffern 346. Nach der Tat stand auch eine mögliche politische Gesinnung der Randalierer im Raum, da die Schule drei Monate vorher auf den Namen des ermordeten Regierungspräsidenten Walter Lübcke benannt worden war. Hinweise auf einen politischen Hintergrund gebe es nach aktuellem Stand aber nicht, erklärt Polizeisprecherin Ulrike Schaake.

Seit dem Vorfall im November wird die Halle nicht mehr für den Sportunterricht genutzt. „Der Fußboden wurde zwar notdürftig geflickt aber die Räume sind sehr feucht“, erklärt stellvertretende Schulleiterin Katrin Bergmann.

Die Sportkollegen hätten grad wieder eine Aufräumaktion gestartet. Dabei habe sich herausgestellt, dass unter anderem die Trikots feucht und muffig seien.

Hinzu kommt eine neuerliche Attacke auf die Sporthalle der Schule. „Am vergangenen Donnerstag sind Fensterscheiben auf der Rückseite des Gebäudes eingeschlagen worden“, berichtet Bergmann. (Bea Ricken)

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