Neue Nähstube in  der Gemeinschaftsunterkunft

Geflüchtete können jetzt eigene Kleidung reparieren und kreieren

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Gemeinschaftsunterkunft bekommt neue Nähstube. Im Bild zu sehen sind von links: stehend: Kira Kimm (Mitbegründerin vom Modelabel Soki), Andreas Siebert (Vizelandrat) und Kathrin Schacht (Integrationsmanagerin), sitzend: Azizah Hamou und Zeyneb Yasseri.

Aus eigener Initiative heraus, bekamen die Geflüchteten in der Wolfhager Pommernanlage jetzt eine eigene Nähstube. Unternehmen zeigen Interesse.

Wolfhagen – Schon vor längerer Zeit hatten rund 40 Geflüchtete, die in der Gemeinschaftsunterkunft der Pommernanlage im Wolfhager Ortsteil Gasterfeld leben, bei einer Bedarfsabfrage den Wunsch geäußert, eine eigene Nähstube einzurichten. Nun ist das kleine Nähzimmer im Haus der Begegnung eröffnet. 

Etwa 20 Geflüchtete würden den Raum schon rege nutzen, erklärt Kathrin Schacht, Integrationsmanagerin. Die Nähstube werde sehr gut angenommen. 

Zwei Frauen aus Nigeria würden afrikanische Trachten nähen, andere fertigen Vorhänge für die Fenster an, bessern ihre Kleidung aus oder nähen eigene Entwürfe.

Sachspenden machten die Nähstube möglich

Alfatex spendete Stoff für die Pommernanlage. Zu sehen sind von links: Nadine Koch (WIR-Koordinatorin), Lydia Hartwig (Mitarbeiterin von Alfatex) und Patrick Stolze (WIR-Koordinator).

Für die Nähstube wurde eine neue Nähmaschine gekauft, eine weitere wurde gespendet. Stoffreste spendete das Fachgeschäft Alfatex aus Kassel. Auch durch Haushaltsauflösungen bekam die Einrichtung allerhand Spenden – etwa Reißverschlüsse, Gummieinzüge und Bettlaken.

Den Raum im Haus der Begegnung gestalteten die Bewohner der Pommernanlage selber. An den Wänden steht das Wort „nähen“ unter anderem auf Englisch, Deutsch und Arabisch. 

„Das ist ein toller Ort der Begegnung, an dem Menschen aus vielen Nationen zusammentreffen und gemeinsam kreativ sind und miteinander ins Gespräch kommen“ freut sich Vizelandrat Andreas Siebert bei seinem ersten Besuch in der Nähstube.

Kasseler Modelabel Soki bekundet Interesse

Die kleine Nähwerkstatt hat bereits das Interesse von dem Kasseler Modelabel Soki geweckt. Kira Kimm, Mitbegründerin von Soki, schaute sich am Mittwoch den Raum an und führte erste Gespräche, ob hier einige Produkte für Soki hergestellt werden könnten.

Zur Anschauung brachte sie einige Produkte in verschiedenen Phasen des Nähprozesses mit. Soki arbeitet schon seit vier Jahren mit einer Flüchtlingsunterkunft in Baunatal zusammen. Ob eine Zusammenarbeit auch in Wolfhagen möglich ist, soll getestet werden. Siebert würde das begrüßen. 

„Die Nähstube könnte ein Ansatz sein, vor allem weibliche Geflüchtete dabei zu unterstützen in den Arbeitsmarkt zu finden“, erklärt Integrationsmanager Bijan Otmischi und hofft auf die Kooperation interessierter Firmen. 

Er äußerte auch die Idee, dass in der Unterkunft ein interner Verkauf von Selbstgenähtem denkbar sei.

Viele gelernte Näherinnen leben in der Gemeinschaftsunterkunft

Eine der Frauen, die in der neueingerichteten Stube näht, ist Azizah Hamou. Die Syrerin ist seit zwei Jahren in Deutschland und hat vor dem Krieg in ihrem Heimatland als Näherin gearbeitet. Auch die Afghanin Zeyneb Yasseri hat reichlich Näherfahrung. Zehn Jahre lang nähte sie alles von Kleidung bis Decken.

Info:Wer funktionstüchtige Nähmaschinen, Stoffe und Nähmaterialien spenden möchte, kann sich an Kathrin Schacht 0173-5740757 wenden.

In der Pommernanlage sollen auch durch Sportfeste Geflüchtete integriert werden. 

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