Nachbarn mit Biss: Theaterpremiere für Vampire auf Bergbühne

Theater hautnah erleben: Die Vampire hielten mitten unter den Zuschauern Kriegsrat, wie sie ihre Burg vor der Zerstörung retten können. Fotos:  Dilling

Burghasungen. Ein Gauner, der ein schreckliches Geheimnis in einer halb verfallenen Burg verbirgt, will diese dem Erdboden gleichmachen, um unentdeckt zu bleiben. Dumm nur, dass die Burg seit Jahrhunderten die Herberge eines Clans von Vampiren ist. Eigentlich wäre das kein Problem für die Blutsauger.

Mit einem herzhaften Biss lässt sich ja so manches Problem lösen. Doch der blaublütige Obervampir (Harald Dehnert) hält so etwas für aus der Mode gekommen. Heute regelt man solche Probleme mit Geld, genauer mit zehn Millionen. Bürgermeister Pepe Plitschki (Philipp Lehmann), dessen Dorf die Burg gehört, reibt sich schon die Hände.

Dieses gruselig-komische Szenario zog die 350 Zuschauer der Premiere des Theaterstücks „Nachbarn mit Biss“ des Vereins „Alles nur Theater e.V. Habichtswald“ auf der Bergbühne Burghasungen von Anfang an in ihren Bann. „Die Zeit ist wie im Flug vergangen, ich habe gar nicht gemerkt, dass schon eine Stunde vorbei ist, so kurzweilig ist dieses Stück“, sagte Janine Walter aus Burghasungen in der Pause, während sie mit ihrer Mutter Liane und Nachbarin Ulrike Matejka einige Spielszenen Revue passieren ließ.

Michaela Dehnerts selbst geschriebene Geschichte über die bissigen Nachbarn ist für die einmalige Amphitheater-Kulisse der Bergbühne wie maßgeschneidert. Mit ein bisschen Fantasie kann man sich schon vorstellen, dass auf dem bewaldeten Fels tatsächlich Vampire ihr Unwesen treiben. Und die blutsaugerischen Mimen erleben die Zuschauer hautnah. Die Schauspieler nutzen das ganze Amphitheater als Bühne. Jörg Pierach, der ausgebildete Pyrotechniker des Ensembles, sorgt mit Nebel, Donner und Blitz für zusätzliche Dramatik.

Dramatisch war die Premiere aber nicht nur für das Publikum sondern auch für die 30 Aktiven des Vereins: Eine Stunde vor Beginn ging ein heftiger Hagelschauer auf die Waldbühne nieder. Die Premiere stand auf Messers Schneide. Doch bis auf einen Kurzschluss blieb die aufwendige Beschallungs- und Lichttechnik heil.

Die ehrenamtlichen Schauspieler überzeugten durchweg mit einem sicheren Auftritt. Während viele Laientheater wie andere Vereine mit dem demografischen Wandel kämpfen, scheint der Verein „Alles nur Theater“ mit jungem Nachwuchs keine Probleme zu haben. Viele Kinder und Jugendliche wirken in dem Stück mit. „Wir brauchen immer neue Leute, die auch hinter den Kulissen mithelfen“, sagt Sülke Pierach, zuständig Öffentlichkeitsarbeit.

Nächste Vorstellungen am Samstag, 11., Samstag, 18., Freitag, 24. und Samstag, 25. Juli, jeweils 20 Uhr und am Sonntag, 12., und Sonntag, 19. Juli, um 15 Uhr. Vorverkauf in den Poststellen Ehlen und Dörnberg.

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