Förderungsprogramm 

Programm Regionalbudget macht es möglich: Waldbühne wird barrierefrei

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Behindertengerechter Umbau: Die erste Bankreihe der Waldbühne Niederlesungen wird durch klappbare Schalensitze ersetzt. Ermöglicht wird dieses Projekt mit Geld aus dem Regionalbudget. Von links: Carsten Petry (Region Kassel-Land), Peter Nissen (Servicezentrum Regionalentwicklung), Andreas Siebert (Vizelandrat), Reinhard Schaake (Vorsitzender Region Kassel-Land), Vanessa Fischer und Heinz-Georg Henkelmann (beide Waldbühne Niederlesungen). 

Mit dem Regionalbudget werden kleine Projekte von Vereinen, Verbänden und Kommunen finanziert.  36 Projekte im nördlichen Landkreis Kassel wurden gefördert. Auch die Waldbühne Niederelsungen profitiert von dem EU-Programm. 

Ein weißes Schloss steht im Wald von Niederlesungen. Tritt man näher heran, sieht man, dass es aus OSB-Platten und Styropor ist. Wie die anderen Gebäude auf dem Gelände der Niederelsunger Waldbühne ist es eine Kulisse, die für die diesjährige Aufführung „Der Mann in der eisernen Maske“ aufgebaut wurde.

Gegenüber den Kulissen bieten die Ränge 1250 Menschen Platz. „Dieses Jahr hatten wir bislang etwa 19 000 Besucher“, erzählt Heinz-Georg Henkelmann, Vorsitzender des Fördervereins Waldbühne. Um die Waldbühne fit für die Zukunft zu machen, soll nun die erste Sitzreihe behindertengerecht umbaut werden. „Bislang klappten wir die Bänke für Rollstuhlfahrer hoch. Dabei war das Problem, dass die Begleitperson eine Reihe dahinter sitzen musste“, sagt Henkelmann.

Für 13 859 Euro aus dem Programm Regionalbudget der Leader-Region Kulturlandschaft Hessenspitze sollen nun klappbare Schalensitze aus Kunststoff in der ersten Reihe eingebaut werden. Mit dem Eigenanteil von 20 Prozent für die Waldbühne liegt die Investitionssumme bei 18 000 Euro.

Die Sitze lassen sich individuell verstellen, sodass ein Rollifahrer neben seinem Begleiter sitzen kann. Insgesamt sollen so über 50 behindertengerechte Plätz geschaffen werden. Mit den Arbeiten soll Anfang September begonnen werden, damit das Projekt zum Stichtag 15. Oktober abgeschlossen ist, erklärt Vanessa Fischer, die das Marketing der Waldbühne betreut. „Rund 13 850 Euro Förderung haben hier einen lange gehegten Wunsch ermöglicht“, sagen Vizelandrat Andreas Siebert und Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake, der den Vorsitz des Vereins Region Kassel-Land innehat.

Neben der Waldbühne wurden im Altkreis Wolfhagen und in der ganzen Kulturlandschaft Hessenspitze, die die Städte und Gemeinden Bad Karlshafen, Wahlsburg, Oberweser, Trendelburg, Hofgeismar, Liebenau, Grebenstein, Immenhausen, Espenau, Vellmar, Fuldatal, Ahnatal, Calden, Habichtswald, Zierenberg, Breuna, Wolfhagen und Naumburg umfasst, 35 weitere Projekte gefördert.

Unterschiedlichste Projekte 

Diese Projekte sind unter anderem die Barrierefreiheit des Wesergartens und das Projekt Bauhütte in Wahlsburg (15 940 Euro), die Erstausstattung des Christophorus-Hauses in Zierenberg (15 913 Euro), die Märchentöpferei am Märchenbauernhof Günst in Naumburg (13 008 Euro), Informationskästen in Naumburg (12 730 Euro) und für die Projektarbeit der Wilhelm-Filchner-Schule in Wolfhagen (12 383 Euro).

Andere Projekte werden unter anderem in Vellmar, Breuna, Ahnatal und Grebenstein unterstützt. Insgesamt werden fast 200 000 Euro investiert. In ganz Hessen wurden zwei Millionen Euro in die einzelnen Leader-Regionen gesteckt, im ganzen Landkreis Kassel, der sich aus den Leader-Regionen Hessenspitze und Casseler Bergland zusammensetzt, werden 400 000 Fördergeld ausgegeben, berichtet Andreas Siebert.

Die Gesamtausgabe für ein Projekt, das von einem Verein, einer Kommune oder einem Verband eingereicht wird, kann sich zwischen 1000 und 20 000 Euro bewegen. Der Fokus liegt auf den Bereichen Jugend, Kultur, ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement. „Gerade in diesen Themenfeldern sind es manchmal nur kleine Beträge, mit denen man viel bewirken kann“, sagt Peter Nissen vom Servicezentrum Regionalentwicklung. „Von einem Projekt werden 80 Prozent gefördert, die Antragsteller müssen nur 20 Prozent Eigenleistung aufbringen“, sagt Carsten Petry vom Verein Region Kassel-Land. Der Verein nimmt die Förderanträge entgegen, das Servicezentrum Regionalentwicklung prüft und bewilligt die Anträge. Seit Anfang des Jahres wurden fast 200 000 Euro an Förderung beantragt,

Auch im nächsten Jahr sind wieder Förderungen möglich, berichten die Verantwortlichen. Die Anträge können bis zum 28. Februar 2020 beim Verein Region Kassel-Land gestellt werden.

Leader-Regionen

Mit dem Programm Leader der Europäischen Union (EU) werden seit 1991 Projekte im ländlichen Raum gefördert. Dabei erarbeiten Aktionsgruppen vor Ort Konzepte, die dann umgesetzt werden. In Hessen existieren 17 Leader-Regionen, im Landkreis Kassel sind zwei Regionen angesiedelt. In Deutschland sind die Bundesländer bei der Durchführung des Programms zuständig. Es gibt in der ganzen Bundesrepublik 341 Leader-Regionen.

region-kassel-land.de/region-kulturlandschaft-hessenspitze/

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