Angeklagter hatte Übergriffe auf Kinder gefilmt

Prozess gegen Mann aus Wolfhagen: Gericht sieht Videos vom Kindesmissbrauch

Zeichnung des Angeklagten

Wolfhagen. Im Verfahren gegen den früheren Leiter des Wolfhager Einwohnermeldeamtes wurden am Dienstag am Landgericht die Videofilme der Übergriffe in Augenschein genommen.

Der 57-jährige Angeklagte, der zwischen 1994 und 2013 fünf kleine Mädchen aus seinem näheren Umfeld sexuell missbraucht hat, hatte die Filme, auf denen die Taten in der Wohnung des Mann aufgezeichnet wurden, mit einer Standkamera aufgenommen und auf denn Festplatten seiner Computer gespeichert.

Um die Persönlichkeitsrechte der Kinder - in drei Fällen heute junge Frauen - und die des Angeklagten zu schützen, wurde die Öffentlichkeit für diesen Teil des Verfahrens ausgeschlossen.

Die Entscheidung, sich die schwer erträglichen Filmsequenzen anzuschauen, hatte sich das Gericht nicht leicht gemacht. Oberstaatsanwältin Boesken und Richter Volker Mütze hielten es aber für unvermeidlich, um bei einem späteren Urteil nicht erneut Gründe für eine Revision zu liefern.

Zuvor waren bereits zwei Zeuginnen, darunter eine junge Frau, die als Kind von dem geständigen Angeklagten missbraucht worden war, gleichfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit angehört worden.

Zwölf Jahre Haft

Der Angeklagte war 2014 zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Ziel der vom Bundesgerichtshof (BGH) zugelassenen Revision ist ein milderes Urteil, der Wegfall der Sicherungsverwahrung und die Überstellung des 57-Jährigen in eine forensische Klinik für Psychiatrie.

Der BGH hatte das Urteil für rechtskräftig erklärt, allerdings bemängelt, dass sich die Kammer im ersten Verfahren bei der Feststellung der Steuerungsfähigkeit des Angeklagten ausschließlich auf die Einschätzung des Gutachters gestützt hatte. Das Urteil soll am kommenden Freitag, 22. Januar fallen.

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