Purple Schulz singt Lieder mit Tiefgang und Humor

Persiflage auf den Kölner Karneval: Purple Schulz und Gitarrist Schrader flippten auf der Bühne im Kulturladen aus und rissen das Publikum mit. Foto: Neubauer

Wolfhagen. Dass deutscher Pop weder kitschig noch banal, sondern unterhaltsam und mitreißend sein kann, bewies Purple Schulz mit Bravour bei seinem Konzert „So und nicht anders“ im fast ausverkauften Haus im Kulturladen.

Zusammen mit seinem Gitarristen Schrader, virtuos auf dem Instrument und immer zu einem Scherz aufgelegt, begeisterte er mit alten Erfolgsliedern aus den Achtzigern und neuen Songs. Vollblutmusiker Purple Schulz trat in Bluejeans und Turnschuhen auf die Bühne und erreichte schon mit dem ersten Lied „Ich habe Feuer gemacht“ die volle Aufmerksamkeit des Publikums. „Visionen sind wichtig, und Träume sind gut“, erklärte der Kölner Songschreiber und Pianist gleich zu Beginn.

Er ist älter geworden, zusammen mit seiner großen Fangemeinde, die textsicher mitsang. Schließlich hat er 40 Jahre Bühnenerfahrung. Er setzte sich mit neuen Themen auseinander. Im Lied „Fragezeichen“ beschäftigt er sich mit der Alzheimer-Erkrankung seines Vaters und in „Die dünne Wand“ begibt er sich auf eine Gratwanderung zwischen Normalität und Wahnsinn.

Vielseitigkeit und Kreativität bewies Purple Schulz in einer Parodie auf die Vegetarier, als er in Xavier-Naidoo-Manier auftrat und „Ich wollte doch nur Aufschnitt kaufen“ zur Freude der Zuschauer zum Besten gab. Mit Humor hielt sich der Kölner nicht zurück. Denn nur ein Kölner mit Blick auf den Dom darf Karnevalsweisheiten wie „Jeder Jeck ist anders“ von sich geben und Witze über die Religionen machen. Obwohl Aschermittwoch schon vorbei ist, trat Purple Schulz als Clown auf, um sich der Traditionen wegen bei den Damen in der ersten Reihe Küsschen abzuholen.

Nach der Pause standen die ganz großen Erfolge, wie „Ich will raus“, „Verliebte Jungs“ und „Du hast mir gerade noch gefehlt“ auf dem Programm. Der Wiedererkennungswert war groß, die Zuschauer hielt es nicht mehr auf den Sitzen. Zum Abschluss wurde es nochmal ernst. In dem Lied „Der letzte Koffer“ hat der Künstler das Thema „Tod und Abschied nehmen“ in Gedenken an seinen Freund Fritz Roth aus Köln verarbeitet. Am Ende: Frenetischer Applaus und stehende Ovationen.

Von Ursula Neubauer

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