Rekordergebnisse nicht nur im Goldzimmer

Raiffeisen HessenNord wächst zweistellig – Drei Prozent Dividende vorgeschlagen

Glänzende Bilanz: Die Raiffeisenbank HessenNord – hier der Eingang zur Zentrale am Wolfhager Marktplatz – weist für alle wichtigen Geschäftsbereiche im Jahr 2020 zweistellige Zuwächse aus.
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Glänzende Bilanz: Die Raiffeisenbank HessenNord – hier der Eingang zur Zentrale am Wolfhager Marktplatz – weist für alle wichtigen Geschäftsbereiche im Jahr 2020 zweistellige Zuwächse aus.

Der Vorstand der Raiffeisenbank HessenNord in Wolfhagen stellt die Bilanz für das Jahr 2020 vor.

Wolfhagen – „Wir haben durch die Bank gute Ergebnisse“ sagt Frank Möller, Vorstand der Raiffeisenbank HessenNord in Wolfhagen und bringt damit die Bilanz für das Jahr 2020 auf den Punkt. Von „durchweg zweistelligen Wachstumsraten“ spricht sein Vorstandskollege Martin Thöne, „das ist sehr ungewöhnlich“.

Trotz aller Herausforderungen und Unwägbarkeiten, die die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr für die Bank bereitgehalten habe, habe man den Wachstumskurs weiterfahren können. Das soll sich auch für die Mitglieder auszahlen: Drei Prozent Dividende sollen ausgeschüttet werden. Es hätte aus Sicht der Vorstände auch gerne etwas mehr sein dürfen, aber die Bankenaufsicht habe den Satz gedeckelt. Über die vorgeschlagene Dividende entscheidet die Mitgliederversammlung der Bank.

Die Bilanzsumme stieg von 670 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 755 Millionen Euro im Jahr 2020. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich das Kundenvolumen – das ist die Gesamtheit aller bilanzierten Einlagen und Kredite einschließlich der betreuten Produkte der Verbundpartner wie beispielsweise der Bausparkasse Schwäbisch Hall, der Union Investment und der R+V-Versicherung – von 1,354 Milliarden Euro auf 1,496 Milliarden Euro.

Im Kreditgeschäft verzeichnete Raiffeisen HessenNord ein Rekordwachstum von knapp 13 Prozent. Zweidrittel seien Privatkunden, die restlichen Kreditnehmer Firmenkunden, erklärt Vorstand Thöne, vor allem aus der Baubranche und traditionell auch weiterhin aus der Landwirtschaft.

Bei der Mittelverwendung habe der Schwerpunkt wie in den vorangegangenen Jahren im Bereich der Immobilienfinanzierung – Neubau, Kauf und Modernisierung – sowie den gewerblichen Investitionen gelegen.

„Zum Erreichen eines solchen Wachstums haben wir unter Berücksichtigung der anhaltend hohen Tilgungsleistungen Neukreditzusagen von insgesamt rund 150 Millionen Euro bearbeitet“, erklärt Frank Möller. Der bilanzielle Anteil des Kundenkreditgeschäfts betrage mit einem Volumen von 489 Millionen Euro rund 65 Prozent der Bilanzsumme und liege damit über dem Durchschnitt vergleichbarer Banken.

Raiffeisenbank: Geschäftsjahr 2020

Corona-Förderkredite hätten zu diesem Wachstum nur zu knapp einem Prozent beigetragen. Deutlich stärker nachgefragt seien die gesetzlichen und bankeigenen Zins- und Tilgungsstundungen gewesen. Hier habe man den Kreditnehmern unbürokratisch und schnell geholfen.

Die Kundeneinlagen, also das, was bei Raiffeisen auf die hohe Kante gelegt wird, sei ebenfalls zweistellig gewachsen, betonen die beiden Vorstände. 2019 verzeichnete man 558 Millionen Euro und im Jahr 2020 dann 614 Millionen Euro. Hintergrund sei, so Frank Möller, „dass die Leute den sicheren Hafen suchen“. Vor allem die kurzfristig verfügbaren Guthaben auf Kontokorrent- und Tagesgeldkonten seien signifikant gestiegen. Für die Bank sei das von den Kunden geparkte Geld allerdings nicht wirtschaftlich. Kundengeld, das von der Bank nicht gleichzeitig im Kreditgeschäft ausgeliehen werden kann, werde seit Mitte 2014 durch die Europäische Zentralbank mit Negativzinsen belastet. Auch deshalb habe man sich bei Raiffeisen HessenNord im vergangenen Jahr entschlossen, nach den Kommunen und Firmenkunden auch für die Privatkunden ein Verwahrentgelt einzuführen, also Strafzinsen. Allerdings, so Martin Thöne, räume man individuell Freibeträge ein, je nach Intensität der Geschäftsverbindung.

Die Kunden setzten auch verstärkt auf Geldanlagen in Edelmetall. „Wir haben knapp zehn Prozent mehr Gold verkauft hier im Goldzimmer im Keller“, sagt Frank Möller.

Was gehört noch zur Bilanz? Mit 175 300 Euro hat Raiffeisen HessenNord im Jahr 2020 Vereine sowie kirchliche, soziale und kulturelle Projekte gefördert. Rund 900 000 Euro Gewerbesteuer zahlte die Bank an die Kommunen in ihrem Geschäftsgebiet. (Norbert Müller)

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