Durch Initiative der Feuerwehr Spende für Flutopfer im Ahrtal

Wolfhager Region spendet 238 000 Euro für Flutopfer im Ahrtal

Symbolische Spendenübergabe im Ahrtal: Matthias Müller und Tobias Hofmann (Wolfhager Wehr, Frank Linarz (Wehr Altenahr), Bürgermeisterin Cornelia Weigand und Stadtbrandinspektor Frank Brunst (von links).
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Symbolische Spendenübergabe im Ahrtal: Matthias Müller und Tobias Hofmann (Wolfhager Wehr, Frank Linarz (Wehr Altenahr), Bürgermeisterin Cornelia Weigand und Stadtbrandinspektor Frank Brunst (von links).

Die Feuerwehren aus der Region haben auf Initiative der Wolfhager Wehr den beeindruckenden Betrag von 238 000 Euro für Flutopfer im Ahrtal gesammelt.

Wolfhagen – Gestern übergab eine Delegation der Feuerwehr aus Wolfhagen die Spenden vor Ort an Feuerwehr-Kollegen, die bei der Flutkatastrophe alles verloren haben.

Zutiefst betroffen kehrten die Wolfhager Brandschützer aus Altenahr zurück, wo rund 80 Feuerwehrleute, die Angehörige und ihr Zuhause verloren haben, kein Geld von Versicherungen erhalten. „Diesen Menschen überweisen wir jeweils unbürokratisch Summen von 500 bis 5000 Euro aus den Spenden auf ihr Konto“, so der Wolfhager Feuerwehrsprecher Matthias Müller. Staatliche Hilfen seien bisher kaum angekommen. „Viele haben nicht mal mehr einen PC, mit dem sie einen Antrag auf Hilfe stellen können“, so Müller. Umso willkommener war für die Ahrtaler die Hilfe aus Nordhessen.

„Wir sind sehr dankbar für diese Spenden“, so Georg Damiam. Der Feuerwehrmann aus Mayschoss hat in der Katastrophennacht seine Existenzgrundlage, eine Metzgerei im Ort, verloren. „Wir haben keine Elementarversicherung und sind dankbar für jeden Euro, um das einsturzgefährdete Gebäude wieder aufzubauen.“ Er selber war nicht dabei, als die Fluten seine Metzgerei überschwemmten. „Wir waren Tag und Nacht im Hilfseinsatz.“ Die Wolfhager Feuerwehrleute tauschten sich mit Damiam und weiteren Kollegen in der Gemeinde Altenahr aus. Auch ein Treffen mit der Bürgermeisterin der Gemeinde, Cornelia Weigand, gab es und einen Rundgang durch die betroffenen Gebiete. „Es ist so ein krasser Gegensatz, eine so schöne Landschaft zu sehen und diese vollkommene Zerstörung“, berichtet Matthias Müller. Jeder Cent helfe.

Davon waren auch die Menschen aus Nordhessen überzeugt, die in den vergangenen Monaten spendeten. Pro Tag gingen zwischen 70 und 120 Einzahlungen auf dem Konto des Fördervereins der Feuerwehr ein. So haben neben vielen Privatleuten auch Gastronomen, Unternehmen, Vereine und sogar Kinder gespendet.

Wolfhagen im Ahrtal: Am Sonntag waren die Wolfhager gestartet.
Betroffen kehrte die Abordnung der Wolfhager Feuerwehr aus dem Ahrtal zurück. Vor Ort hatten sie sich einen Eindruck von den Schäden verschafft.

Die Katastrophe im Ahrtal

Innerhalb von 24 Stunden fallen in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli dieses Jahres mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter in Regionen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Es kommt zu katastrophalen Überschwemmungen mit verheerenden Folgen für die Menschen vor Ort. Die Fluten schneiden in der Nacht zahlreiche Orte von der Außenwelt ab. Menschen werden von Hausdächern gerettet. Allein im Ahrtal sterben mindestens 133 Menschen.

Auch aus Niestetal kam Hilfe für die Menschen im Ahrtal.

(Bea Ricken)

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