Im September

Regionalmuseum Wolfhager Land präsentiert "Frauen im Mittelalter"

Wird in Archiven recherchieren: Beate Bickel, Leiterin des Regionalmuseums Wolfhager Land, möchte möglichst viele Frauen finden, die im Mittelalter in der Region von Bedeutung waren. Sie fragt sich: „Wie sah das Frauenleben damals auf der Weidelsburg aus?. Foto: Thon

Wolfhagen. Mit der Sonderausstellung über den Ersten Weltkrieg hat das Regionalmuseum Wolfhager Land im vergangenen Jahr beim Publikumsinteresse ins Schwarze getroffen.

700 Menschen haben sich die Sammlung angesehen. Insgesamt besuchten im vergangenen Jahr 2044 Menschen das Regionalmuseum; im Jahr zuvor waren es 1957 Personen, sagt Museumsleiterin Beate Bickel und zieht eine positive Bilanz.

Für die neue Saison gibt es bereits konkrete Pläne. Historisch Interessierte können sich auf eine Wanderausstellung der Kunsthistorikerin Dr. Alice Selinger aus Dreieich freuen, die sich dem Frauenleben im Mittelalter widmet. Die Museumschefin möchte die Dokumentation anreichern mit Geschichten von Frauen, die während des Mittelalters im Wolfhager Land ihren Fingerabdruck hinterlassen haben. Eine von ihnen ist Sophie von Brabant, Tochter der Heiligen Elisabeth von Thüringen. Sie ist eine Stammesmutter des Hauses Hessen, sagt Bickel. Daneben ist auch Agnes von Bürgeln interessant, die sich in der frühen Neuzeit und damit also eher im ausgehenden Mittelalter in Wolfhagen wohltätig engagierte.

Auf die Idee zu der Ausstellung kam Beate Bickel im Zusammenhang mit einem Buch über historische Frauen im Kreis Kassel, an dem der Landkreis gerade arbeitet. „Da fiel mir auf, es hat scheinbar im Wolfhager Land kaum namhafte Frauen gegeben.“ Um weitere Beispiele von Frauen zu finden, werden sich die Museumsmitarbeiter in den kommenden Monaten im Staatsarchiv Marburg in die Recherche stürzen und auch Anknüpfungspunkte zum Kloster Merxhausen nutzen, in dem Augustinerinnen lebten. Die Ausstellung wird vom 7. September bis zum 13. November zu sehen sein. Begleitend wird es ein bis zwei Vorträge geben.

Mit dem Platz haushalten 

Kapazitäten für weitere Sonderausstellungen seien derzeit nicht vorhanden. Die Vor- und Nacharbeit von Ausstellungen sei enorm aufwendig. Daneben müssten sich die zumeist ehrenamtlichen Mitarbeiter auch ums Tagesgeschäft kümmern: Sie Sammlung müsse betreut und gepflegt werden. Sammlerstücke, die regelmäßig dem Museum geschenkt würden, müssten inventarisiert und mitunter aufgearbeitet werden. Dabei scheint das Museum aus seinen Nähten zu platzen. „In großen Museen werden acht bis neun Prozent der Sammlung ausgestellt. Der Rest lagert im Depot. Bei uns ist es genau umgekehrt“, sagt Bickel. Sie suche händeringend nach Räumen, in denen Teile des Fundus ausgelagert werden können.

Derzeit arbeitet das Regionalmuseum intensiv an einem Buch, in dem die Beiträge der Staden-Tagung im April vergangenen Jahres veröffentlicht werden sollen. Bickel geht davon aus, dass das Werk im Frühling erscheinen wird. Daneben soll im Laufe des Jahres die digitale Datenbank des Museums, in der ein Inventar über alle Objekte angelegt ist, erneuert werden.

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