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Rehkitz in Viesebeck vor dem Mähtod gerettet

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Von: Bea Ricken

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Zurück zu Mama: Alexander Türk setzt das Kleine wieder am Wiesenrand aus.
Zurück zu Mama: Alexander Türk setzt das Kleine wieder am Wiesenrand aus. © privat

Der kleine Lothar hatte wohl einen Schutzengel: Weil eine Pferdebesitzerin aus Viesebeck die Wiese vor dem Mähen abgelaufen war, konnte jetzt ein kleines Rehkitz gerettet werden.

Viesebeck. Eigentlich wollte Annalisa Osterberg schon am Vorabend glänzende CD-Scheiben als Abschreckung für Rehmütter aufstellen, schaffte es aber nicht rechtzeitig. „Ich bin dann gleich morgens eine Stunde die Wiese abgelaufen und da hab ich das Kleine entdeckt.“

Sie und ihr Sohn Can tauften den Winzling Lothar und informierten Alexander Türk, der auch Jäger ist. Mit Handschuhen holte dieser das Kitz von der Wiese und legte es in eine mit Gras ausgelegte Kiste. Später, als die Wiese gemäht war, legten die drei das Tier wieder am Rand des Feldes ins Gras. Es dauerte nicht lange, bis die Ricke ihren Nachwuchs wieder abholte.

Gegen Großflächenmähwerke mit Geschwindigkeiten bis zu 15 Stundenkilometer und Arbeitsbreiten bis zu elf Metern hätten Wildtiere keine Chance und würden den Mähtod sterben oder schwer verletzt werden. Darauf weist die Deutsche Wildtierstiftung hin. „Die über Jahrtausende bewährten Überlebensstrategien der Wildtiere – das bewegungslose Ausharren der brütenden Rebhenne oder das regungslose Verharren von Rehkitz und Feldhase als Schutz gegen Fressfeinde – wirken sich bei der Mahd verheerend aus.“

Beim Schutz von Jungwild und Bodenbrütern sei die Zusammenarbeit von Landwirten, Jägern und weiteren Helfern von großer Bedeutung. Bereits einen Tag vor der Mahd empfiehlt die Stiftung, unbedingt Vergrämungsmethoden wie das Aufhängen von Plastiktüten einzusetzen. Um ganz sicherzugehen, dass sich kein Jungwild zur Zeit des Mähens in der Wiese befinde, könnten die Flächen mit einem ausgebildeten Vorstehhund abgesucht werden. Neuere Methoden wären das Befliegen der Fläche mit einem Multikopter (Drohne) und einer Wärmebildkamera, damit ein Helfer direkt zum Tier gelotst werden kann. (Bea Ricken)

Von Bea Ricken

Hatte Schutzengel: Rehkitz „Lothar“ konnte in Viesebeck vor dem Mähtod gerettet werden.
Hatte Schutzengel: Rehkitz „Lothar“ konnte in Viesebeck vor dem Mähtod gerettet werden. © privat

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