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Reim rockt zum Auftakt das Zelt

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Von: Norbert Müller

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Schlager-Ikone Matthias
Verspricht eine rauschende Party: Schlager-Ikone Matthias Reim startet am 8. Juni das Programm im Wolfhager Kulturzelt. © Sven Sindt/nh

Am 8. Juni startet das Wolfhager Festival und Matthias Reim rockt das Zelt

Wolfhagen – Ob sich Matthias Reim an die wilden Zeiten mit Airway aus Bad Wildungen erinnert oder Aqua aus Kassel, wenn er am 8. Juni mit seinem Konzert das diesjährige Wolfhager Kulturzelt eröffnet?

Ende der 1970er-Jahre träumte Reim wie so mancher, der den Schulabschluss vor Augen hatte und sich beruflich orientieren musste, von einer steilen Karriere als Rockmusiker.

Und das Zeug dazu hatte der gebürtige Korbacher offenbar, denn er fand schnell Anschluss an erstklassige Bands in der Region. Und in seine nordhessische Heimat kommt er nun mal wieder zurück.

Anstatt fleißig zu studieren, beschäftigte Reim sich viel lieber mit Musik

Bis Reim allerdings richtig durchstartete mit der Musik, sollte es dann nach dem Abi doch noch etwas dauern. Als Sohn des damaligen Homberger Gymnasialdirektors sollte er einen dem Elternhaus entsprechenden akademischen Weg gehen und schrieb sich an der Uni in Göttingen ein.

Aber statt fleißig Germanistik und Anglistik zu studieren, beschäftigte er sich viel lieber weiter mit der Musik. Wen wundert es also, dass er das Studium irgendwann schmiss, um sich ganz seiner Leidenschaft zu widmen.

Erste Veröffentlichungen eigener Werke in den 80ern waren noch nicht von Erfolg gekrönt. Matthias Reim, der inzwischen das Genre gewechselt und den deutschen Schlager für sich entdeckt hatte, schrieb erst mal für andere, belieferte damals angesagte Schlagerinterpreten wie Roy Black, Jürgen Drews und Bernhard Brink mit Kompositionen.

1990 erschien Matthias Reim erstes Album mit dem Titel „Reim“

Aber dann war auch Matthias Reim an der Reihe und stellte all jene, für die er zwischenzeitlich komponiert und getextet hatte mit einem Schlag in den Schatten.

1990 erschien sein erstes Album mit dem Titel „Reim“, und ein Stück dieser Scheibe sollte fortan sein Leben bestimmen: „Verdammt, ich lieb’ Dich“. Die Sender spielten den Song hoch und runter und mit der Präsenz auf allen Kanälen ging das Album durch die Decke.

Mit 33 Jahren war der gebürtige Nordhesse auf dem Schlager-Olymp angekommen. Die Single verkaufte sich in der Folge weltweit mehr als 2,5 Millionen Mal und hielt sich 16 Wochen lang auf Platz 1 der deutschen Charts.

Matthias Reim musste Insolvenz anmelden, aber er ließ sich nicht kleinkriegen

Weitere Tonträger folgten in den anschließenden Jahren, an den Mega-Hit von 1990 reichte keiner der späteren Songs heran. Stattdessen ging es mit dem Schlagerstar bergab.

Matthias Reim ging pleite, musste Insolvenz anmelden. Aber er ließ sich nicht kleinkriegen, auch nicht, als ihm gesundheitliche Probleme zu schaffen machten. Inzwischen ist der Mann mit dem markanten, sonnengegerbten Gesicht längst wieder schuldenfrei und fit.

Auch in den deutschen Charts konnte er sich zwischenzeitlich wieder ganz vorn platzieren. Im November wird der sympathische Typ, der dem Boulevard über all die Jahre seiner Laufbahn schon so viel buntes Futter geliefert hat, 65 Jahre.

Auf der Bühne ist er präsent wie eh und je

Von der Rente ist er aber weit entfernt. Auf der Bühne ist er präsent wie eh und je, strotzt vor Spielfreude und rockt mit seiner Kapelle über zwei Stunden die Location.

Da schimmert er dann auch immer durch, der Junge aus Nordhessen, der als Rocker ganz groß raus kommen wollte und mit einem Schlager zum Mega-Star wurde.

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