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Rekordansturm auf Tafeln im Wolfhager Land

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Von: Bea Ricken

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Immer mehr Menschen benötigen Lebensmittel von den Tafel im Kreis.
Immer mehr Menschen benötigen Lebensmittel von den Tafel im Kreis. © Symbolbild: dpa

Gleichzeitig sinken Lebensmittelspenden um 30 Prozent.

Wolfhager Land – Die Not bei den Menschen mit kleinem Geldbeutel wird immer größer: In den vergangenen Wochen verzeichnen die Tafeln im Landkreis Kassel durch den drastischen Anstieg der Lebensmittel- und Energiepreise einen Rekordansturm, während gleichzeitig die Lebensmittelspenden um rund 30 Prozent sinken. „Wir könnten doppelt so viele Plätze vergeben, wie wir haben“, so Frauke Wiegand vom Diakonischen Werk Region Kassel, die die Tafeln in Wolfhagen, Hofgeismar und Bad Karlshafen betreut.

Bei den Tafeln des Diakonischen Werkes und dem Verein Baunataler-Schauenburger-Tafel gilt seit Monaten ein Aufnahmestopp, nachdem die Zahl der Plätze schon erhöht worden war. In Hofgeismar und Karlshafen zum Beispiel von 1100 auf 1200 Plätze und in Wolfhagen von 400 auf 500 Plätze. Mehr geht nicht. Teilweise mussten Lebensmittel zugekauft werden, um den Beziehern die Tüten zu füllen.

„Wir haben es in jüngster Zeit immer öfter, dass unsere Ehrenamtlichen in Lebensmittel-Geschäften abgewiesen werden, weil nichts mehr vorhanden ist.“ Eine Entwicklung, die aus Sicht des Diakonischen Werkes neu ist. Einen Rückgang bei den Lebensmittelspenden bestätigt auch der Vorsitzende des Vereins der Baunataler Tafel, Wolfgang Rodermund. Tafelmitarbeiterin Theresia Kübli: „Da sind wir froh, dass wir in dieser Woche Eier von einem Landwirt aus Guntershausen gespendet bekommen haben.“

Als Hintergrund der Flaute vermuten die Tafelmitarbeiter zum einen grundsätzlich positive Initiativen, bei denen sogenannte Rettungstüten mit deformiertem Obst oder Gemüse sowie kurz vor dem Ablauf stehenden Lebensmitteln verkauft würden. „Der Nachhaltigkeitsgedanke ist natürlich gut, aber uns Tafeln fehlen diese Produkte“, so Wiegand.

Zum anderen leerten in den Märkten vermutlich angesichts der Krise mehr Menschen die Kisten mit Produkten, die das Haltbarkeitsdatums knapp erreicht hätten. Weitere Probleme der Tafeln seien die steigenden Betriebskosten und ein Mangel an ehrenamtlichen Mitarbeitern. (Bea Ricken)

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