Rettungsgassen werden häufig viel zu spät gebildet

Wolfhager Land. Rettungsdienste in der Region bemängeln das Verhalten von Autofahrern. Immer häufiger würden bei Unfällen keine Rettungsgassen freigehalten.

Wolfhager Land. Polizei und Rettungsdienste in der Region schlagen Alarm: Sie beobachten immer häufiger, dass Verkehrsteilnehmer bei Stau oder Unfall keine Rettungsgassen freihalten. Dadurch gehe Feuerwehren und Notärzten in ihrem Kampf um das Leben von Unfallopfern wichtige Zeit verloren.

„Auch bei der Anfahrt zum schweren Lkw-Unfall auf der A 44 am Mittwochnachmittag hatten wir wieder Probleme, die Einsatzstelle zu erreichen, weil keine Gasse durch die Autofahrer gebildet wurde“, sagt Einsatzleiter Sebastian Hohmann von der Feuerwehr Breuna. Dies sei keine Ausnahme, sondern die Regel, sagt der Feuerwehrmann.

„Traurigerweise haben auch unsere Kollegen in der zurückliegenden Zeit fast bei jedem Unfall feststellen müssen, dass die Rettungsgasse nicht gebildet wurde“, berichtet Torsten Werner, Pressesprecher im Polizeipräsidium Nordhessen. Obwohl laut Straßenverkehrsordnung alle Autofahrer bei einem Stau auf mehrspurigen Straßen dazu verpflichtet sind, eine Rettungsgasse zu bilden und freizuhalten, halten sich viele nicht daran.

Einige im Stau feststeckende Fahrer, so Werner, hätten erst reagiert, als sie einen Streifenwagen mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn direkt hinter sich bemerkten. Dabei gehe es im Zweifel um „wertvolle Sekunden oder Minuten, die über Leben und Tod entscheiden können“, sagt Werner. Auch der Geschäftsführer des DRK Kassel-Wolfhagen, Holger Gerhold-Toepsch, hörte seine Rettungsdienst-Mitarbeiter schon oft von massiven Problemen auf Autobahnen berichten.

Das Verhalten der Fahrer, die die Rettungsgasse nicht berücksichtigen, führe zu gefährlichen Situationen für die Besatzung der Polizei und Feuerwehren sowie letztendlich auch der Autofahrer selbst, sind sich Werner und Hohmann einig.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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