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Ringer des VfL Wolfhagen glücklich über ihre Halle des Autohauses Güde

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Von: Antje Thon

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Beweisen Sprungkraft: Die Ringer des VfL Wolfhagen gaben am Montag einen Einblick in ihre Fähigkeiten.
Beweisen Sprungkraft: Die Ringer des VfL Wolfhagen gaben am Montag einen Einblick in ihre Fähigkeiten. © Thon, Antje

Die Freude über ihre schicke Trainingsstätte ist den jungen Ringern noch immer anzumerken.

Wolfhagen – Seit wenigen Wochen nutzen die VfL-Sportler eine leer stehende Halle des Autohauses Güde in Wolfhagen, die ihnen Firmenchefin Franziska Fuchs angeboten hat. Am Montag wurde das Gebäude, das zu einer Sportstätte umfunktioniert wurde, offiziell seiner Bestimmung übergeben und damit vorerst ein Schlussstrich gezogen unter die langwierige Suche des Vereins nach einer Bleibe für die Ringer.

Chef-Trainer Otto Hajlik und Franziska Fuchs bezeichnen das neue Domizil als eine „mittelfristige Übergangslösung“, die den Sportlern nun ohne Zeitdruck zur Verfügung stehe. Die Ausmaße der lichtdurchfluteten Halle sind optimal, selbst bei hohen Würfen kommen die Ringer nicht mit der Decke in Kontakt. Es gibt sanitäre Anlagen, die Eltern der Kinder bauen im hinteren Bereich in Eigenleistung Duschen ein.

Für Hajlik, der die Ringerabteilung des VfL in nur zwölf Jahren zu einer Sparte geformt hat, die nicht nur auf nationaler Ebene beachtliche Erfolge vorzuweisen hat, ist aber klar: „Wir wünschen uns eine eigene Halle.“ Allerdings sei er froh, dass dank des Angebots der Druck aus der zuletzt sehr schwierigen Situation raus sei und die derzeit 90 Kinder und Jugendlichen bestens ausgebildet werden könnten.

Mit dem ehemaligen Soldatenheim in Gasterfeld schien zunächst ein toller Stützpunkt für die Ringer gefunden, sagt VfL-Vorstandsmitglied Heiko Weiershäuser mit Blick auf die jüngste Vergangenheit. Nach zwei Jahren jedoch hätten die für den Verein unbezahlbaren Mietforderung des neuen Gebäudebesitzers diesen Trainingsort wieder kaputtgemacht. „Danach konnten wir dank der tollen Hilfe des Landkreises Kassel die Kulturaula als Interimslösung mitbenutzen“, so Weiershäuser, der indes weiterhin auf eine Lösung am Wolfhager Freibad hofft. Dort sollen die alten Umkleiden des Schwimmbades saniert und das Gebäude um eine Etage für die Ringer aufgestockt werden. Denn in der Kulturhalle sei es bedingt durch die Pandemie ebenfalls zu Schwierigkeiten gekommen. Zudem hätten sich 20 Kinder eine Matte teilen müssen, auf der sich normalerweise zwei Sportler bewegen. „Unter diesen Umständen war der Fortbestand dieser erfolgreichsten Sportart in Wolfhagen ernsthaft gefährdet“, fasst Heiko Weiershäuser die Lage zusammen.

Diese Sorge sei nun vom Tisch. Mit der Initiative des Autohauses Güde, das aktuell auf die Verkaufsfläche für Fahrzeuge verzichten kann, habe der VfL endlich ein Domizil gefunden, in dem die vielen Talente optimal trainiert werden könnten.

Zur Hallenübergabe am Montag war auch Jens Gundling, Spartenleiter des Hessischen Ringerverbandes, angereist. Der hatte ein Schild im Gepäck, dass die Abteilung des VfL zum Landesstützpunkt Ringen in Nordhessen macht. Mit dem Zusatz, der mit einer gezielten Talentförderung verbunden ist, dürfen sich die Ringer seit Anfang Juni schmücken. „Damit wollen wir euch etwas zurückgeben“, sagte Gundling. Die immense Entwicklung, die Wolfhagens Ringer in nur zehn Jahren vollzogen hätten, habe es zuletzt in keiner anderen Region gegeben.

Dafür stünden jede Menge Erfolge. Trainer Otto Hajlik nutzte am Montag die Bühne, eine Auswahl der größten Titel und Platzierungen bei nationalen und internationalen Wettbewerben aufzuzählen.

Heiko Weiershäuser, der in Wolfhagen auch als Sportcoach arbeitet und Geflüchtete, Vereine und die Stadt zusammenbringt, betonte einen weiteren Aspekt der „wichtigen Arbeit“ der VfL-Ringer, in der Sportler aus 16 Nationen aktiv seien. „Hier wird in einer Stunde mehr Integration bewerkstelligt, als die Integrationskommission bisher geleistet hat.“ (Antje Thon)

VfL-Ringer haben ihre neuen Trainingshalle offiziell eingeweiht: Darüber freuen sich (von links) Anna Weidt (vom Elternbeirat der Ringer), Halleneigentümerin Franziska Fuchs, Chef-Trainer Otto Hajlik, Spartendirektor des Hessischen Ringerverbandes Jens Gundling, und Andreas Fuchs.
VfL-Ringer haben ihre neuen Trainingshalle offiziell eingeweiht: Darüber freuen sich (von links) Anna Weidt (vom Elternbeirat der Ringer), Halleneigentümerin Franziska Fuchs, Chef-Trainer Otto Hajlik, Spartendirektor des Hessischen Ringerverbandes Jens Gundling, und Andreas Fuchs. © Antje Thon

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